Neuer Katholiken-Chef Wilmer steht vor zerrissener Kirche in Deutschland

Lotta Brandt
Lotta Brandt
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Ein Schwarz-Weiß-Foto eines Mannes in Priesterrobe, der als erster Bischof der Kirche des Heiligen Grabes gilt, mit ernstem Gesichtsausdruck und gefalteten Händen, das in einem offenen Buch zu sehen ist.Lotta Brandt

Heiner Wilmer leitet katholische Bischöfe - Neuer Katholiken-Chef Wilmer steht vor zerrissener Kirche in Deutschland

Die katholischen Bischöfe Deutschlands haben Heiner Wilmer zu ihrem neuen Vorsitzenden gewählt. Der 64-jährige Bischof von Hildesheim übernimmt das Amt von Georg Bätzing, der nach einer Amtszeit zurückgetreten ist. Seine Wahl fällt in eine Zeit tiefer Spaltung innerhalb der Kirche, in der die Rufe nach Reformen lauter werden, während die Mitgliederzahlen in Deutschland weiter stark sinken.

Wilmer hat sich als progressive Stimme im deutschen Episkopat einen Namen gemacht. Er setzt sich für eine Modernisierung der Sexualmoral ein, unterstützt Segnungsgottesdienste für gleichgeschlechtliche Paare und fördert die Besetzung von Führungspositionen mit Frauen in seinem Bistum. Gleichzeitig betont er jedoch die Evangelisierung – ein Anliegen, das eher von konservativen Bischöfen vertreten wird.

Die deutsche Kirche steht unter wachsendem Reformdruck. Viele Katholiken fordern die Zulassung von Frauen zu geweihten Ämtern und eine größere Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften. Diese Forderungen führten zum "Synodalen Weg", einem Reformprozess, der 2019 gestartet wurde. Doch seitdem sind die Mitgliederzahlen in Deutschland drastisch gesunken – von etwa 22,6 Millionen auf heute knapp über 20 Millionen. Die jährlichen Austritte liegen mittlerweile bei über einer halben Million und übersteigen damit deutlich die 200.000 bis 300.000 Austritte, die vor 2019 verzeichnet wurden.

Wilmers Aufgabe wird nicht einfach sein. Er muss die reformorientierten Erwartungen mit der strengen Lehrlinie des Vatikans in Einklang bringen. Papst und Kurie haben die deutschen Bischöfe wiederholt davor gewarnt, von der kirchlichen Lehre abzuweichen. Doch der Mitgliederschwund in Deutschland zeigt keine Anzeichen einer Verlangsamung, sodass Wilmer ein gespaltenes Episkopat und eine schrumpfende Gemeinde führen muss.

Wilmers Amtszeit beginnt in einer Phase, in der die Kirche darum kämpft, Gläubige in Deutschland zu halten und die verfeindeten Lager zu versöhnen. Seine Fähigkeit, die Kluft zwischen Reformern und Konservativen zu überbrücken, wird die Zukunft der katholischen Gemeinschaft in Deutschland prägen. Mit nunmehr weniger als 20 Millionen Mitgliedern könnte der Einsatz für seine Amtszeit kaum höher sein.

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