Deutschland revolutioniert das Batterie-Recycling bis 2040 mit bahnbrechenden Projekten

Lotta Brandt
Lotta Brandt
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Ein Mitsubishi Lancer EV Elektroauto, das nachts auf einer Straße geparkt ist, umgeben von Gebäuden, Geschäften, Schaufensterpuppen mit Kleidern, beleuchteten Schildern und anderen städtischen Elementen.Lotta Brandt

Deutschland revolutioniert das Batterie-Recycling bis 2040 mit bahnbrechenden Projekten

Deutschland bereitet sich auf einen starken Anstieg ausgedienter Lithium-Ionen-Batterien vor – bis 2040 werden jährlich bis zu 360.000 metrische Tonnen erwartet. Die aktuellen Recyclingverfahren reichen nicht aus: Sie gewinnen nur einen Bruchteil der Materialien zurück und verbrauchen dabei große Mengen an Energie und Ressourcen. Nun arbeiten Forscher und Unternehmen mit Hochdruck an effizienteren und nachhaltigeren Lösungen für das Batterierecycling.

Das Fraunhofer Forschungs- und Entwicklungszentrum für Elektromobilität (FZEB) treibt die Weiterentwicklung des Batterierecyclings in Deutschland maßgeblich voran. Ein zentrales Vorhaben ist das ProBatman-Projekt, an dem ein Konsortium aus fünf Partnern beteiligt ist: BMW AG, EurA AG, Fraunhofer ISC, Netzsch-Gerätebau GmbH und die Universität Würzburg. Ihr Ziel ist es, durch direktes Recycling möglichst viele Komponenten aus alten Batterien zurückzugewinnen – darunter auch flüchtige Materialien und leitfähige Salze.

Das Fraunhofer ISC bringt dabei Expertise in der Materialforschung und -analytik ein sowie eine Pilotproduktionslinie für Pouch-Zellen. Im Projekt kommen Verfahren wie die Öffnung der Zellen unter Schutzgas, die Trennung der Elektroden und halbkontinuierliche Zentrifugen zum Einsatz, um die Aktivmaterialien wiederaufzubereiten. Bei Erfolg könnte die jährliche Verarbeitung von 340.000 metrischen Tonnen ausgedienter Batterien ab 2040 die CO₂-Emissionen um bis zu 1,3 Gigatonnen pro Jahr senken.

Auch andere deutsche Einrichtungen forschen an direktem Recycling: Netzsch-Gerätebau GmbH optimiert Prozesse unter Schutzgasatmosphäre, während die RWTH Aachen (PEM) an der technologischen Validierung mitwirkt. Das EU-geförderte ReUse-Projekt erforscht zudem KI-gestützte Sortierung, robotergestützten Rückbau und den Einsatz von überkritischem CO₂ zur Bindemittelentfernung. Über 150 Experten werden diese Ansätze auf der Würzburger Konferenz zum direkten Batterierecycling im Februar 2026 diskutieren.

Über das Recycling hinaus untersucht das Fraunhofer ISC auch "Design-for-Recycling"-Konzept und digitale Zwillinge. Diese Innovationen sollen künftige Lithium-Ionen-Batterien leichter demontierbar und wiederverwendbar machen.

Mit zahlreichen laufenden Projekten positioniert sich Deutschland an der Spitze der Batterierecycling-Technologie. Der Fokus auf direktes Recycling könnte Abfall und Emissionen drastisch reduzieren und gleichzeitig wertvolle Rohstoffe sichern. Gelingen diese Verfahren, könnten sie weltweit einen neuen Standard für nachhaltige Batterieentsorgung setzen.