Fährbetreiber Meine Fähre meldet nach vier Jahren Insolvenz an – doch Fähren fahren weiter

Lotta Brandt
Lotta Brandt
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Eine Fähre fährt einen Fluss hinunter, mit einem Geländer auf der rechten Seite und einem Hügel mit Bäumen im Hintergrund; das Boot ist mit Fahnen, Stangen und anderen Gegenständen geschmückt und ein paar Menschen sind an Bord.Lotta Brandt

Neue Norderney-Fähre: Reederei stellt Insolvenzantrag - Fährbetreiber Meine Fähre meldet nach vier Jahren Insolvenz an – doch Fähren fahren weiter

Fährbetreiber "Meine Fähre" meldet insolvenzbekanntmachungen an

Nach nicht einmal vier Jahren Geschäftstätigkeit hat der Fährbetreiber Meine Fähre insolvenzbekanntmachungen angemeldet. Das auf Norderney ansässige Unternehmen begründete seine finanziellen Schwierigkeiten mit drohender Illiquidität. Dennoch laufen die Fährverbindungen vorerst wie gewohnt weiter.

Gegründet wurde Meine Fähre 2022 von einer Gruppe lokaler Investoren, darunter Hoteliers und eine Stiftung. Das erste Schiff des Unternehmens, die Meine Fähre 1, entstand in Groningen (Niederlande) und kostete einen einstelligen Millionenbetrag. Im Herbst 2023 nahm die Fähre den Betrieb auf der Strecke Stralsund–Hiddensee auf und transportierte sowohl Passagiere als auch Fahrzeuge.

Bis Mitte 2025 stieg die Auslastung auf der Route von anfänglichen 20–30 Prozent auf über 70 Prozent – bedingt durch wachsende Nachfrage und saisonale Spitzenzeiten. Doch hohe Treibstoff- und Wartungskosten, Konkurrenz durch subventionierte Fähren sowie wetterbedingte Ausfälle belasteten die Finanzen. Die Schulden wuchsen auf über 10 Millionen Euro an, was schließlich im Frühjahr 2026 zur insolvenzbekanntmachungen beim Amtsgericht Aurich führte.

Das Unternehmen hat weder Passagierzahlen noch Auslastungsdaten oder detaillierte Finanzkennzahlen veröffentlicht. Ein Sprecher bestätigte zwar die insolvenzbekanntmachungen, wollte sich jedoch nicht zu den Ursachen äußern. Vor dem Markteintritt von Meine Fähre war die Reederei Norden-Frisia der einzige Anbieter auf Norderney und betrieb dort große Personen- und Autofähren.

Trotz der finanziellen Krise hält Meine Fähre vorerst am Fahrplan fest. Im Rahmen des Insolvenzverfahrens wird nun über die Zukunft des Unternehmens entschieden. Bis dahin können Passagiere und Fahrzeuge die Verbindungen wie gewohnt nutzen.