Preisdeckel für Medikamente bleibt bis 2026 – was das für Patienten bedeutet

Elias Werner
Elias Werner
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Ein Plakat mit dem Text "Reduzierung der Arzneimittelkosten unter der Biden-Harris-Verwaltung" und einem entsprechenden Logo.Elias Werner

Preisdeckel für Medikamente bleibt bis 2026 – was das für Patienten bedeutet

Die deutsche Bundesregierung hat die Preisdeckelung für verschreibungspflichtige Medikamente bis 2026 verlängert. Mit dieser Entscheidung soll der Anstieg der Kosten für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) begrenzt und eine weitere Erhöhung der Zusatzbeiträge für Versicherte verhindert werden. Die Maßnahme knüpft an frühere Schritte an, durch die in den vergangenen Jahren bereits Milliarden eingespart wurden.

2024 entlastete das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz die Kassen durch Einsparungen in Höhe von 2,19 Milliarden Euro. Das Gesetz ermöglichte zudem Preisverhandlungen für neue Arzneimittel unter bestimmten Voraussetzungen. Um die Pharmabranche zu unterstützen, wurde ein Inflationsausgleich eingeführt, der 2025 eine Entlastung von 170 Millionen Euro und 2026 voraussichtlich 79 Millionen Euro bringt.

Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) bestätigte, dass eine Aufhebung der Preisdeckelung den durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz im Jahr 2026 auf 2,9 Prozent treiben würde. Dieser war bereits von etwa 1,6–1,7 Prozent im Jahr 2023 auf 2,5 Prozent 2025 gestiegen. Um weitere Steigerungen zu vermeiden, behielt das BMG die Preisobergrenzen und die verpflichtenden Herstellerrabatte bei.

Gleichzeitig gab es Lockerungen: Die Preisbindung für Immunglobuline wurde gelockert, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Unternehmen in besonderer finanzieller Not können zudem von den gesetzlichen Rabattpflichten befreit werden. Das Arzneimittel-Lieferketten-Versorgungsverbesserungsgesetz (ALVVG) erlaubt zudem eine Preiserhöhung von bis zu 50 Prozent bei Kinderarzneimitteln und lebenswichtigen Medikamenten mit Lieferengpässen.

Die verlängerte Preisdeckelung hält die Arzneimittelkosten für Krankenkassen und Patienten im Rahmen. Ohne diese Maßnahmen wären die Beitragssätze noch stärker gestiegen. Die Regierung findet mit ihrer Entscheidung eine Balance zwischen Kostendämpfung, Unterstützung der Pharmaindustrie und der Sicherstellung der Arzneimittelversorgung.