Wolfsangriff in Hamburg-Altona löst Debatte über richtigen Umgang aus
Wolf greift Frau in Hamburg-Altona an – Debatte über Umgang mit dem Tier entbrannt
Ein Wolf hat in Hamburg-Altona eine Frau angegriffen, nachdem diese versucht hatte, das Tier aus einem Durchgang mit automatischen Türen zu befreien. Der Vorfall hat eine Diskussion über den richtigen Umgang mit dem Tier ausgelöst. Experten und Behörden prüfen nun mögliche Lösungen. Helmut Dammann-Tamke, Präsident des Deutschen Jagdverbands, plädiert für eine Euthanasie oder eine kontrollierte Freilassung mit Überwachung.
Der Wolf wurde ohne Betäubung gefangen und in die Wildtierstation Klövensteen im Stadtteil Rissen gebracht. Über sein weiteres Schicksal wurde noch nicht entschieden, doch Dammann-Tamke betonte, dass die Politik die Verantwortung für diese Entscheidung tragen müsse.
Eine dauerhafte Haltung in Gefangenschaft schloss er aus Tierschutzgründen aus. Stattdessen schlug er zwei Optionen vor: die Tötung des Tieres oder seine Freilassung mit einem Peilsender, um seine Bewegungen zu überwachen. Als Beispiel führte er den Fall des Wolfs Kurti an, der 2016 getötet worden war, nachdem er wiederholt Spaziergänger mit Hunden aufgesucht hatte.
Der Experte argumentierte, dass die Entnahme einzelner Wölfe das Verhalten ganzer Rudel prägen könne. Sein Ziel sei ein friedliches Zusammenleben von Menschen, Wölfen und Weidetieren. Er bestehe darauf, dass Wölfe in Deutschland lernen müssten, Menschen zu meiden – denn normalerweise fürchteten sie sich vor dem Menschen und hielten Abstand.
Die Wolfspopulation in Deutschland wächst: Bundesweit wurden im Oktober 2025 219 Rudel, 43 territoriale Paare und 14 Einzeltiere gezählt. Auch in und um Hamburg wurde mindestens ein Wolf gesichtet, doch konkrete Maßnahmen zur Vermeidung von Konflikten zwischen Mensch und Tier in der Region stehen noch aus.
Ungewiss bleibt, wie es mit dem Wolf weitergeht. Sollte er freigelassen werden, könnte er einen Sender erhalten, um weitere Vorfälle zu verhindern. Der Fall zeigt die anhaltenden Herausforderungen bei der Bewältigung der wachsenden Wolfsbestände in Deutschland.






