Streit um Calmeyers Erbe: Retter oder Mittäter des NS-Regimes?

Streit um Calmeyers Erbe: Retter oder Mittäter des NS-Regimes?
Öffentliche Diskussion über das umstrittene Erbe von Hans Georg Calmeyer
Am Dienstag, dem 7. Oktober, findet um 19 Uhr im Museumsquartier Osnabrück eine öffentliche Diskussion über das umstrittene Vermächtnis von Hans Georg Calmeyer statt. Die Veranstaltung in der Museumseventhalle ist kostenfrei und widmet sich der Frage, wie die Geschichte eine Persönlichkeit bewertet, deren Handeln bis heute heftig diskutiert wird.
Calmeyer, ein Jurist aus Osnabrück, arbeitete zwischen 1941 und 1944 in der NS-Besatzungsverwaltung in den Niederlanden. Seine Entscheidungen in Fällen von "rassischer Zweifelslage" retteten etwa 3.000 Menschen vor der Deportation – gleichzeitig trug er aber auch zur Deportation anderer bei und hinterließ damit ein moralisch komplexes Erbe.
Während seiner Zeit in den Niederlanden hatte Calmeyer die Macht, Menschen als "arisch", "jüdisch" oder "gemischtrassig" einzustufen. Diese Klassifizierungen entschieden unmittelbar über Deportation oder Überleben. Zwar retteten seine Eingriffe Tausenden das Leben, doch er war zugleich Teil des NS-Rassenregimes – ein Widerspruch, der bis heute unter Historikern umstritten ist.
Die anstehende Diskussion beleuchtet, wie kollektives Gedächtnis entsteht, welche Verantwortung die Medien bei der Darstellung solcher Figuren tragen und welche Herausforderungen die Bewertung moralisch ambivalenter Biografien mit sich bringt. Der Journalist Rainer Lahmann-Lammert und der Historiker Dr. Thorsten Heese führen durch das Gespräch und gehen dabei auf Calmeyers widersprüchlichen Charakter sowie die übergeordneten Fragen ein, die sein Leben aufwirft.
Die Teilnehmer erwarten eine vertiefte Auseinandersetzung damit, wie die Geschichte Menschen beurteilt, die innerhalb unterdrückerischer Systeme handelten. Ziel der Veranstaltung ist es, ein besseres Verständnis für Calmeyers Rolle zu entwickeln und gleichzeitig die Schwierigkeiten zu thematisieren, sein Wirken mit ethischen Maßstäben in Einklang zu bringen.
Die Diskussion findet im Museumsquartier Osnabrück statt, der Eintritt ist frei. Die Organisatoren hoffen, dass die Veranstaltung Anstoß gibt, darüber nachzudenken, wie die Gesellschaft mit Figuren wie Calmeyer umgeht – mit Handlungen, die sowohl lebensrettend als auch schädlich waren. Zudem wird die Rolle von Medien und Historikern bei der Prägung des öffentlichen Gedächtnisses über komplexe historische Persönlichkeiten thematisiert.

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