Streit um Bahnreaktivierung: Warum Hützel und Heide-Park leer ausgehen

Admin User
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Ein Zug fährt auf den Schienen neben einem Bahnsteig mit einem am Dach befestigten Mast, der Metallstangen mit Lampen trägt.

Streit um Bahnreaktivierung: Warum Hützel und Heide-Park leer ausgehen

Bahnreaktivierung: Kein Halt in Hützel

Während im Landkreis Lüneburg aufgrund des Verlusts von zwei Bahnhalten die Stimmung für die Wiederinbetriebnahme der Verbindung zu kippen droht, ist im Heidekreis wenig zu hören.

  1. September 2023, 15:44 Uhr

Die Pläne zur Wiederaufnahme des Personenverkehrs auf der Strecke zwischen Soltau und Lüneburg nehmen Gestalt an – doch nicht ohne Kontroversen. Die Niedersächsische Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG), die das Projekt steuert, strebt eine Rückkehr der Züge bis Ende 2026 an. Doch Verzögerungen bei der Infrastruktur und Streitigkeiten über Haltepunkte sorgen für Unmut bei lokalen Politikern und Anwohnern.

Eine Machbarkeitsstudie bestätigte, dass die Reaktivierung der Strecke Soltau–Lüneburg wirtschaftlich tragfähig ist. Der Zugverkehr soll stündlich mit einer Geschwindigkeit von 100 km/h verkehren – allerdings nur mit drei Halten: in Melbeck/Embsen, Amelinghausen und Bispingen. Damit entfallen zusätzliche Stationen im Heidekreis, darunter Hützel sowie ein geplanter Haltepunkt in der Nähe des Heide-Parks.

Auch der Verzicht auf Halte in Drögennindorf und Soderstorf stößt auf Kritik. Lokale Politiker aus Lüneburg zogen ihre Unterstützung zurück, nachdem bekannt wurde, dass die Zahl der geplanten Stationen reduziert worden war. Unterdessen hinterfragte die SPD-Kreistagsfraktion in Bispingen das Fehlen eines Halts in Hützel – blieb jedoch ohne Antwort. Bispingens Bürgermeister Dr. Jens Bülthuis betonte, dass weder Anwohner noch Behörden gegen die Entscheidung protestiert hätten.

Ursprünglich sollte das Projekt mit der Modernisierung des Alpha-E-Netzes koordiniert werden, dessen Fertigstellung sich jedoch von 2026 auf 2029 verschoben hat. Diese Verzögerung wirkt sich auch auf die Installation der Signal- und Sicherheitstechnik für die Soltau-Strecke aus. Zudem könnten die benötigten modernen batterieelektrischen Züge und die Ladeinfrastruktur erst 2029 einsatzbereit sein, was eine weitere Verschiebung des Betriebsstarts riskiert.

Das Vorhaben wird derzeit vom parlamentarischen Steuerungskreis in Niedersachsen geprüft. Sollte es umgesetzt werden, wird die Linie mit begrenzten Halten und einer Zielgeschwindigkeit von 100 km/h verkehren. Doch Infrastrukturverzögerungen und ungelöste Konflikte um die Standorte der Bahnhöfe könnten den Zeitplan weiterhin gefährden.