Schwarz-Rot kämpft ums Überleben vor den kritischen Landtagswahlen 2025

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Eine Straße mit Autos und einem Bus, Gebäude mit Wänden, Fenstern, Tellern und Dächern, Plakate und Banner an den Wänden und ein Pfahl mit einer Straßenlaterne.

CDU-Arbeitnehmer fordern schnelle Klarheit über den Kurs der sozialen Reformen - Schwarz-Rot kämpft ums Überleben vor den kritischen Landtagswahlen 2025

Schwarz-Rot unter Druck: Koalition muss vor Landtagswahlen 2025 liefern

Die regierende schwarz-rote Koalition aus CDU und SPD steht vor wachsendem Druck, nachdem führende Politiker dringende Reformen vor den anstehenden Landtagswahlen im nächsten Jahr fordern. Der ehemalige SPD-Finanzminister Peer Steinbrück verlangt eine grundlegende Neuordnung des Sozialsystems und warnt, dass ein Scheitern die Krise des öffentlichen Vertrauens weiter vertiefen könnte. Gleichzeitig betont Dennis Radtke, sozialpolitischer Sprecher der CDU, die Regierung müsse noch vor der Sommerpause 2025 konkrete Fortschritte vorweisen.

Besonders prekär ist die Lage der Koalition in den ostdeutschen Bundesländern, wo die AfD in Umfragen mittlerweile bei fast 40 Prozent liegt – traditionelle Mehrheiten sind dort kaum noch möglich.

Steinbrück kritisierte die aktuelle Regierung scharf, weil sie harte Entscheidungen scheue und bei Protesten von Interessengruppen sofort zurückweiche. Statt halbherziger Lösungen brauche es ein standardisiertes Grundsicherungssystem, das über eine digitale Plattform verwaltet werde, so der Ex-Minister. Ohne mutiges Handeln drohe ein vollständiger Vertrauensverlust in die Handlungsfähigkeit des Staates.

Radtke, Vorsitzender des CDU-Sozialflügels, drängte die Minister, die Kernpunkte der Reformen zügig festzuzurren. Er verwies auf gebrochene Versprechen der Vergangenheit – etwa das gescheiterte Vorhaben, die Stromsteuer zu senken – als Beleg dafür, dass überzogene Ankündigungen das Vertrauen weiter untergraben würden. Gleichzeitig räumte er ein, dass es 2024 auch Erfolge gegeben habe, darunter höhere Pendlerpauschalen, mehr Unterstützung für Ehrenamtliche und eine gesenkte Beherbergungssteuer.

Die politischen Weichenstellungen sind besonders brisant in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, wo die AfD so stark ist, dass der schwarz-roten Koalition kaum handlungsfähige Partner bleiben. Die CDU schließt eine Zusammenarbeit mit AfD oder Linken kategorisch aus und ist damit auf wackelige Mehrparteienbündnisse angewiesen. In Rheinland-Pfalz gerät die Koalition durch eine erstarkte CDU unter Druck, während die CDU-Grüne-Regierung in Baden-Württemberg und die Berliner Mitte-Parteien stabiler dastehen.

2025 stehen in fünf Ländern Wahlen an: Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. Sowohl Steinbrück als auch Radtke sind sich einig, dass die kommenden Monate entscheiden werden, ob die Koalition wieder an Fahrt aufnimmt – oder weiter an Einfluss verliert.

Das Überleben der Regierung hängt nun davon ab, bis zum nächsten Sommer sichtbare Reformen umzusetzen. Vor allem in Ostdeutschland hat die Stärke der AfD die traditionellen Parteien in eine Zwickmühle gebracht: Ohne sie sind stabile Regierungen kaum noch bildbar. Mit den anstehenden Wahlen in fünf Bundesländern müssen CDU und SPD nun den Spagat schaffen zwischen ehrgeizigen Versprechen und umsetzbaren Ergebnissen – sonst droht ihnen ein weiterer Machtverlust.