Schülerprojekt bringt vergessene NS-Geschichte rund um das VfL-Stadion ans Licht

Schülerprojekt bringt vergessene NS-Geschichte rund um das VfL-Stadion ans Licht
Neuer digitaler Rundgang: HistoryTrail – NS-Zeit rund um das Stadion Bremer Brücke in Osnabrück gestartet
In Osnabrück ist ein neuer digitaler Stadtrundgang unter dem Titel HistoryTrail – Spuren der NS-Zeit rund um das Stadion Bremer Brücke an den Start gegangen. Das Projekt ermöglicht Nutzerinnen und Nutzern, die Geschichte des VfL-Stadions und seiner Umgebung an acht interaktiven Stationen zu erkunden. Hinter der Initiative stehen zwölf Schülerinnen und Schüler des Graf-Stauffenberg-Gymnasiums, die gemeinsam mit Pädagoginnen, Historikern und lokalen Organisationen an der Umsetzung gearbeitet haben.
Der Rundgang beginnt am Stadion Bremer Brücke und führt Besucherinnen und Besucher zu historischen Schauplätzen der Stadt. An jeder der acht Stationen warten Archivfotos und Audioclips, die über die Vergangenheit der Orte informieren. Thematisch reicht das Spektrum von der instrumentalisierten Sportpolitik der Nationalsozialisten über das Schicksal verfolgter Personen wie Martha Müller bis hin zu den Geschichten jener, die das Regime unterstützten – etwa Egon Kuhn.
Das Projekt trägt den Titel „Rot gegen das Vergessen – Wege der Erinnerung schaffen“ und wurde von den Schülerinnen und Schülern Anna Müller, Lukas Schmidt, Julia Weber, Tobias Fischer, Laura Keller, Michael Braun, Sophie Wagner, Jonas Richter, Katharina Hoffmann, Daniel Vogel, Lisa König und Paul Schäfer entwickelt. Unterstützung erhielten sie vom VfL-Museum, der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) sowie der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung, Zukunft“ (EVZ). Die Finanzierung erfolgte im Rahmen des Programms „JUGEND erinnert – lokal & engagiert“. Ziel ist es, junge Menschen durch die Auseinandersetzung mit regionaler Geschichte und Fußball an die Unrechtsverbrechen der NS-Zeit heranzuführen. Die Zusammenarbeit von Schulen, Historikerinnen, Historikern und Kultureinrichtungen machte den Rundgang möglich und schafft so einen neuen Zugang zur Vergangenheit.
Der digitale Spaziergang steht nun der Öffentlichkeit zur Verfügung und bietet einen detaillierten Einblick in die Kriegsgeschichte Osnabrücks. Durch die Verbindung von digitalem Storytelling mit ortsbezogenen Erzählungen stellt das Projekt sicher, dass weniger bekannte Geschichten aus der NS-Zeit nicht in Vergessenheit geraten. Die Einbindung von Schülerinnen, Schülern und Expertinnen zeigt dabei, wie Bildung und Erinnerungskultur Hand in Hand gehen können.