25 April 2026, 12:35

Polizeirazzia nach provokanter Kunstaktion gegen Verteidigungsminister Pistorius

Ein Plakat zeigt eine chaotische Straßenszene in New York City mit aufständischen Demonstranten und Milizionären, die sich gegenüberstehen, im Hintergrund brennende Gebäude und unten den Text "New York - Der Kampf zwischen Aufständischen und Milizionären".

Polizeirazzia nach provokanter Kunstaktion gegen Verteidigungsminister Pistorius

Zwei Antimilitarismus-Aktivisten in Niedersachsen sind nach einer provokanten Protestaktion zu Beginn dieses Jahres von einer Polizeirazzia betroffen. Beamte des Staatsschutzes durchsuchten eine Wohnung in Bissendorf, in der Ruben G. und Franziska F. leben – beide Mitglieder des Kollektivs Rausmetall. Der Einsatz folgt auf eine Kunstintervention im Januar, bei der sich die Aktivisten über den deutschen Verteidigungsminister lustig machten.

Im Januar hatten die Aktivisten eine öffentliche Skulptur im Hase-Fluss in Osnabrück verändert. Sie statteten die Figur mit einer Maske aus, die an Verteidigungsminister Boris Pistorius erinnerte, und fügten eine Gipserektion hinzu. Die Aktion sorgte bundesweit für Aufmerksamkeit und löste Kritik aus.

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An einem nicht näher bekannten Datum führte die Staatsschutzpolizei Osnabrück eine zweistündige Razzia in der Wohnung der Aktivisten durch. Die Beamten beschlagnahmten einen Laptop, einen USB-Stick, Kleidungsstücke und ein Kanupaddel. Die Durchsuchung steht im Zusammenhang mit Ermittlungen wegen möglicher Verstöße gegen Paragraf 188 des Strafgesetzbuchs, der Beleidigungen, Verleumdungen und üble Nachrede gegen politische Amtsträger unter Strafe stellt.

Die Staatsanwaltschaft prüft nun Vorwürfe wegen Sachbeschädigung, Beleidigung, Verleumdung und übler Nachrede. Bei einer Verurteilung wegen Verleumdung oder übler Nachrede droht eine Mindeststrafe von drei Monaten Haft – vorausgesetzt, die Tat wird als geeignet eingestuft, die öffentliche Rolle des betroffenen Amtsträgers zu untergraben. Trotz des juristischen Drucks zeigen sich die beiden Aktivisten unbeeindruckt. Sie haben öffentlich erklärt, einen Prozess zu begrüßen, da sie darin eine Chance sehen, ihre Aktion in einem öffentlichen Forum zu diskutieren.

Das Verteidigungsministerium betonte unterdessen, dass Pistorius keine persönliche Anzeige erstattet habe. Ein Sprecher bekräftigte die Meinungsfreiheit als zentralen demokratischen Wert. Ruben G. und Franziska F. haben ihrerseits Beschwerde eingelegt und Akteneinsicht beantragt.

Die Razzia und die anschließenden Ermittlungen verdeutlichen die Spannungen zwischen Meinungsfreiheit und dem rechtlichen Schutz von Amtsträgern. Während die Aktivisten auf die nächsten juristischen Schritte warten, prüfen die Behörden weiterhin die Beweislage. Ein Prozess könnte die Debatte über künstlerischen Protest und politische Kritik weiter zuspitzen.

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