16 March 2026, 10:15

Pendlerzahlen in Sachsen-Anhalt sinken – was steckt dahinter?

Ein altes Kartenbild von Preußen und Sachsen, das ihre Grenzen zeigt, auf Papier gedruckt.

Anzahl der Pendler in Sachsen-Anhalt leicht gesunken - Pendlerzahlen in Sachsen-Anhalt sinken – was steckt dahinter?

Die Zahl der Pendler, die nach Sachsen-Anhalt ein- und ausreisen, ist leicht zurückgegangen. Stand Juni 2025 arbeiteten etwa 148.000 Einwohner des Landes in anderen Bundesländern, während rund 75.700 Menschen aus anderen Regionen in Sachsen-Anhalt beschäftigt waren. Diese Entwicklung spiegelt breitere Veränderungen der Beschäftigungsstrukturen in der Region wider.

Etwa jeder fünfte erwerbstätige Einwohner Sachsen-Anhalts pendelt mittlerweile für die Arbeit über die Landesgrenzen hinweg. Die häufigsten Ziele der auswärts arbeitenden Beschäftigten waren Sachsen, Niedersachsen und Thüringen. Die Mehrheit übte qualifizierte Tätigkeiten aus: 83.300 arbeiteten als Fachkräfte, 43.900 als Experten und 21.700 in Assistenzpositionen. Ihre Arbeitsplätze konzentrierten sich auf Branchen wie das verarbeitende Gewerbe, den Einzelhandel und die Kfz-Instandhaltung, Verkehr und Logistik sowie das Baugewerbe.

Gleichzeitig ging auch die Zahl der Einpendler leicht zurück. Die meisten kamen aus Sachsen, gefolgt von Niedersachsen, Thüringen und Brandenburg. Rund 5.400 Beschäftigte reisten sogar aus dem Ausland an, um in Sachsen-Anhalt zu arbeiten.

Markus Behrens, Leiter der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit, führte den Rückgang auf eine schwächere Arbeitsmarktentwicklung zurück. Auch die seit der COVID-19-Pandemie gestiegene Verbreitung von Homeoffice habe dazu beigetragen. Zudem habe der Bevölkerungsrückgang durch Abwanderung in wirtschaftsstärkere Zentren wie Berlin und Bayern die Zahl der Erwerbstätigen verringert. Strukturprobleme in der Industrie und im verarbeitenden Gewerbe – einst wichtige Arbeitgeber für grenzüberschreitende Pendler – hätten den Trend zusätzlich verstärkt.

Die aktuellen Zahlen zeigen einen leichten, aber spürbaren Rückgang des grenzüberschreitenden Pendelverkehrs in und aus Sachsen-Anhalt. Mit weniger Arbeitskräften, die für ihren Job pendeln, und Verschiebungen in den Beschäftigungssektoren steht die Region vor anhaltenden wirtschaftlichen Anpassungen. Die Veränderungen verdeutlichen sich wandelnde Arbeitsmuster und regionale wirtschaftliche Herausforderungen.

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