Kölner Dom plant erstmals Eintrittsgeld – und löst damit eine hitzige Debatte aus
Noah WeberEhemaliger Dom-Architekt kritisiert geplantes Eintrittsgeld für den Kölner Dom - Kölner Dom plant erstmals Eintrittsgeld – und löst damit eine hitzige Debatte aus
Kölner Dom könnte erstmals Eintrittsgeld verlangen
Der Kölner Dom könnte Besucher künftig erstmals in seiner Geschichte ein Eintrittsgeld kosten. Der Plan, der in der zweiten Jahreshälfte in Kraft treten soll, hat bereits Kritik von Fachleuten und der Öffentlichkeit ausgelöst. Barbara Schock-Werner, die ehemalige Dombaumeisterin, warnte, dass ein solcher Schritt den offenen Charakter des Doms verändern und den Zugang auf wohlhabendere Touristen beschränken könnte.
Das UNESCO-Weltkulturerbe zieht jährlich rund sechs Millionen Besucher an und zählt zu den bekanntesten katholischen Kirchen weltweit. Berühmt ist der Dom vor allem für die Reliquien der Heiligen Drei Könige. Trotz seiner Popularität argumentieren die Verantwortlichen, dass zusätzliche Mittel für Instandhaltung und Erhalt notwendig seien.
Schock-Werner, die jahrelang die Restaurierung des Doms leitete, lehnt die Gebühr entschieden ab. Sie bezeichnete das Bauwerk als "unseren Dom" und betonte, dass Eintrittsgelder Besucher abschrecken und die kulturelle Bedeutung des Gebäudes untergraben könnten. Ähnliche Bedenken wurden bereits 2023 laut, als eine Petition mit Zehntausenden Unterschriften gegen den Plan protestierte.
Die Debatte spiegelt eine breitere Kontroverse über Eintrittsgelder an historischen und religiösen Stätten in Deutschland wider. In den vergangenen fünf Jahren stießen Vorschläge für Zuganggebühren an Sehenswürdigkeiten wie der Aachener Pfalzkapelle oder der Wieskirche auf heftigen Widerstand. In einigen Fällen wurden Kompromisse wie freiwillige Spenden eingeführt. Befürworter der Gebühren argumentieren, sie seien notwendig, um steigende Kosten zu decken, doch Kritiker fürchten, sie könnten vielen den Zugang zu diesen Kulturschätzen verwehren.
Die genaue Höhe der Gebühr steht noch nicht fest, doch die Entscheidung wird voraussichtlich prägen, wie Millionen Menschen künftig mit dem Dom interagieren. Frühere Versuche, Eintrittsgelder an anderen deutschen Wahrzeichen einzuführen, führten zu öffentlichem Protest und politischen Nachbesserungen. Sollte der Plan umgesetzt werden, könnte dies ein Präzedenzfall für weitere historische Stätten unter finanziellen Druck werden.