Özdemir will Kretschmanns Erbe antreten – mit Pragmatismus statt Parteidoktrin

Admin User
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Eine Konferenz mit Sitzenden, die Rednern auf der Bühne lauschen, mit einem großen Banner und einer Wand im Hintergrund.

Özdemir will Kretschmanns Erbe antreten – mit Pragmatismus statt Parteidoktrin

Cem Özdemir hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Bei der kommenden Landtagswahl will er Baden-Württembergs nächster grüner Ministerpräsident werden. Damit strebt er die Nachfolge von Winfried Kretschmann an, der die Partei in der Region seit Jahren führt. Özdemirs Ansatz verbindet politische Erfahrung mit einem Fokus auf praktische Lösungen – statt auf starre Parteidoktrin.

Özdemir inszeniert sich als Brückenbauer zwischen den Grünen und der Wirtschaft. Sein Argument: Klimaschutz gelingt am besten, wenn Unternehmen als Partner und nicht als Gegner behandelt werden. Diese Haltung markiert einen Wandel vom traditionellen Image der Grünen als elitäre Bewegung – heute werben Spitzenpolitiker der Partei darum, für eine breitere Wählerschaft ein "emotionaler Ort der Zugehörigkeit" zu werden.

Sein Anlauf auf die Spitzenkandidatur fällt in eine Phase, in der die Grünen ihre Positionen in Sozial- und Außenpolitik überarbeiten. Die Haltung der Partei zu Wehrpflicht, Klimadividende und Rüstungsexporten zeigt dabei das Ringen um einen Ausgleich zwischen Pragmatismus und Grundsätzen. Wie die Wähler auf diese Mischung aus Tradition und Erneuerung reagieren, wird den Ausgang der nächsten Landtagswahl entscheidend prägen.