Oman verschärft Anti-Korruptionsgesetze für den Privatsektor radikal
Oman hat sein Strafgesetzbuch grundlegend reformiert, um den Anwendungsbereich von Bestechungsdelikten im Privatsektor zu erweitern. Die neuen Regelungen zielen darauf ab, Korruption in Unternehmen und Institutionen stärker zu bekämpfen und die rechtlichen Rahmenbedingungen zu verschärfen. Ein eigenes Kapitel für Korruption in der Privatwirtschaft ersetzt nun ältere Bestimmungen im Arbeitsrecht. Damit werden Beschäftigte im Privatsektor, die sich Vorteile versprechen lassen oder annehmen, explizit als Straftäter eingestuft. Die Reform sieht vor, dass nicht nur die Empfänger von Schmiergeldern, sondern auch Bestechende und Mittelsmänner mit denselben Konsequenzen rechnen müssen.
Das Gesetz gilt für private Unternehmen, Institutionen sowie internationale öffentliche Einrichtungen mit Sitz in Oman. Die neuen Vorschriften beinhalten schärfere Strafen: Bestechungsdelikte werden mit Haftstrafen von ein bis drei Jahren sowie Geldstrafen geahndet. Zudem wird der Versuch der Bestechung unter Strafe gestellt. Wer die Tat jedoch vor ihrer Entdeckung meldet oder gesteht, kann straffrei ausgehen.
Für Regierungsvertreter in Aufsichtsräten, Mitarbeiter vollständig staatseigener Betriebe sowie Angestellte in Firmen mit mehr als 40 Prozent staatlicher Beteiligung gelten weiterhin separate Regelungen. Mit der Reform setzt Oman ein klares Signal gegen Korruption im Privatsektor. Die erweiterte Strafverfolgung und die verschärften Sanktionen sollen die Integrität von Unternehmen und Institutionen im Land stärken.
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