Jüdischer Student verklagt FU Berlin wegen mangelndem Schutz vor Antisemitismus

Lotta Brandt
Lotta Brandt
2 Min.
Zwei Personen stehen und kämpfen vor einer Gruppe von Menschen, mit Sand unten.Lotta Brandt

Prozess gegen Universität - Verhandlung wird fortgesetzt - Jüdischer Student verklagt FU Berlin wegen mangelndem Schutz vor Antisemitismus

Ein jüdischer Student der Freien Universität Berlin (FU Berlin) klagt gegen die Hochschule, weil sie ihn nach seinen Angaben nicht ausreichend vor antisemitischer Diskriminierung geschützt hat. Lahav Shapira, der im Februar 2024 von einem Kommilitonen angegriffen wurde, wirft der Universität vor, das Problem nicht angemessen aufgegriffen zu haben. Der Fall liegt nun beim Verwaltungsgericht Berlin; weitere Verhandlungstermine sind für nächstes Jahr angesetzt.

Der Vorfall ereignete sich Anfang 2024, als Shapira auf dem Campus attackiert und dabei verletzt wurde. Das Amtsgericht Tiergarten bestätigte später, dass der Angriff antisemitisch motiviert war. Im April 2025 verurteilte das Gericht den Täter zu einer dreijährigen Haftstrafe.

Shapira hat seitdem rechtliche Schritte gegen die FU Berlin eingeleitet. Er behauptet, die Universität habe gegen das Berliner Hochschulgesetz verstoßen, indem sie keine ausreichenden Maßnahmen ergriffen habe, um antisemitische Diskriminierung zu verhindern. Wie der vorsitzende Richter Edgar Fischer während der Verhandlung anmerkte, sieht Shapira seine Grundrechte durch das Klima an der Hochschule beeinträchtigt. Die Universität weist die Vorwürfe zurück und verweist auf ihre bestehende Antidiskriminierungsrichtlinie sowie eine spezialisierte Stelle, die sich mit solchen Fällen befasst. Shapiras Klage hält diese Maßnahmen jedoch für unzureichend.

Das Verwaltungsgericht Berlin wird die mündliche Verhandlung am 26. Februar 2026 fortsetzen, um zu prüfen, ob die Universität ihrer Pflicht nachgekommen ist, Studierende vor Diskriminierung zu schützen. Bisher gibt es in Berlin keine spezifische Behörde, die explizit für den Schutz jüdischer Studierender vor antisemitischen Übergriffen zuständig wäre.

Das Urteil in diesem Fall könnte richtungsweisend dafür werden, wie Berliner Hochschulen künftig mit antisemitischen Vorfällen umgehen. Sollte das Gericht Shapira recht geben, müsste die FU Berlin möglicherweise strengere Schutzmaßnahmen ergreifen. Die anstehende Verhandlung wird zeigen, ob die aktuellen Richtlinien der Universität den rechtlichen Anforderungen genügen.

Neueste Nachrichten
Eine Gruppe von Männern in grünen T-Shirts steht und hockt auf einem Fußballfeld mit einem Ball davor, ein Torpfosten rechts und ein Hintergrund aus Bäumen, Gebäuden, Pfählen, Fahrzeugen und dem Himmel.
Europäische Ligen 2 Min.

Matanovićs Comeback: Vom Torfluch zum Freiburg-Helden gegen Frankfurt

Von Verletzungen geplagt, fast ohne Tore: Matanović kämpfte sich zurück. Jetzt wird er zum Schlüsselspieler – und steht vor dem emotionalen Spiel gegen seine alte Liebe.

Eine Liniengrafik, die die Homicide-Offending nach Alter des Täters und Waffengebrauch von 1976 bis 2004 zeigt, mit begleitendem Text.
Kriminalität und Justiz 1 Min.

Sohn unter Mordverdacht: 87-Jähriger in Niedersachsen gewaltsam getötet

Ein brutaler Familienkonflikt endet tödlich: Der Sohn wird des Mordes an seinem Vater beschuldigt. Doch was trieb ihn zur Tat? Die Ermittler schweigen – noch.

Eine lange Reihe von Taxis, die an der Seite einer belebten Straße in Berlin, Deutschland, geparkt sind, mit Fahrzeugen, Fahrradfahrern und Füülern, flankiert von Laternen und Bäumen, mit Gebäuden, einem Bogen und einem Turm im Hintergrund unter einem bewölktem Himmel.
Wirtschaft 1 Min.

Uber startet in Salzgitter mit Festpreisen und Sicherheitsfeatures für Fahrgäste

Mehr Mobilität für Salzgitter: Uber bringt Festpreise, Live-Standortteilung und Mindestlohn für Fahrer. Wie sicher und fair ist das Angebot wirklich?

Ein Konzertplakat mit Text, der ein Ereignis in München, Deutschland, ankündigt.
Promis 1 Min.

Hazel Brugger und Schöneberger bringen Frische in Deutschlands ESC-Vorentscheid

Resignation war gestern: Brugger und Schöneberger zeigen, wie Deutschland mit Leichtigkeit zurück auf die ESC-Bühne findet. Wer vertritt uns diesmal – und warum Spontanität Trumpf ist?

Eine Gruppe von Frauen, die Basketball in einer Turnhalle mit einem Scoreboard spielen.
Basketball 2 Min.

Alba Berlins Frauen kämpfen um historische Rache im DBBL-Pokal-Halbfinale

Die Niederlage von Januar sitzt tief. Jetzt will Alba Berlin im Pokal-Halbfinale nicht nur Revanche – sondern den ersten Titel der Vereinsgeschichte holen. Doch die Royals stehen wieder im Weg.

Ein Balkendiagramm, das die Anzahl der Social-Media-Plattformen in Schweden von 2016 bis 2017 zeigt, mit begleitendem Text, der zusätzliche Dateninformationen bereitstellt.
Allgemeine Nachrichten 2 Min.

Petition für Social-Media-Verbot unter 16 Jahren sammelt 100.000 Stimmen in Rekordzeit

Eine Welle der Zustimmung rollt durch Deutschland – doch was bedeutet das für die psychische Gesundheit junger Menschen? Die Politik muss jetzt handeln.

Eine Moschee steht mitten auf einer Stadtstraße, umgeben von Gebäuden, Straßenlaternen, Strommasten, Stromkabeln, Kraftfahrzeugen, Bäumen und einem klaren blauen Himmel.
Kriminalität und Justiz 2 Min.

Göttinger Moschee testet öffentlichen Gebetsruf – und entfacht eine hitzige Debatte

Ein historischer Moment oder ein Bruch mit Traditionen? Die Moschee in Göttingen wagt den öffentlichen Ruf des Muezzins – doch nicht alle sind begeistert. Was sagt das Grundgesetz dazu?

Ein Hund mit Kostüm sitzt auf einem Stück Stoff.
Haustiere 2 Min.

"Stranger Dogs": Wie ein Tierheim mit Stranger Things Welpen zu Stars macht

Mit einer Prise Netflix-Magie und künstlicher Intelligenz werden aus Streunern echte Serienhelden. Doch hinter der kreativen Kampagne steckt ein ernster Zweck: Jeder Hund braucht ein Zuhause.