22 March 2026, 06:17

Hunderte Apotheken in MV schließen am Montag für bundesweiten Protest

Eine Gruppe von Menschen mit Protestschildern vor einem Gebäude in Deutschland, mit zwei Personen im Vordergrund und einem Müllcontainer rechts.

80 Prozent der MV-Apotheken am Montag geschlossen - Hunderte Apotheken in MV schließen am Montag für bundesweiten Protest

Hunderte Apotheken in Mecklenburg-Vorpommern werden am Montag ihre Türen schließen – als Teil eines bundesweiten Protests. Apotheker fordern dringend eine Anpassung der Erstattungssätze, die seit 2013 unverändert geblieben sind. Trotz der Schließungen bleiben Notdienste für dringende Fälle gewährleistet.

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Der Protest ist die Folge jahrelanger stagnierender Finanzierung für Apothekenleistungen. Während die Kosten stetig gestiegen sind, erfolgte die letzte Gebührenanpassung vor über einem Jahrzehnt. Nun drängen die Apotheker die Regierungskoalition, ihr Versprechen einzulösen und die Vergütung ohne weitere Verzögerung zu erhöhen.

Über 80 Prozent der Apotheken, die keinen Notdienst leisten, werden voraussichtlich für den Tag schließen. In der Region, in der Ende 2024 etwa 350 Apotheken ansässig sind, kommt es damit zu erheblichen Einschränkungen. Patienten werden aufgefordert, nicht dringende Besuche auf Dienstag zu verschieben. Dringende Rezepte können jedoch weiterhin in den ausgewiesenen Notdienstapotheken eingelöst werden.

Eine Delegation von mehreren hundert Apothekern aus Mecklenburg-Vorpommern wird sich einer größeren Demonstration in Berlin anschließen. Ihre Forderungen decken sich mit denen des Bundesverbandes der Apothekerverbände (ABDA), der eine pauschale Erhöhung der Festvergütung pro Medikament fordert. Zudem wird eine differenzierte Bezahlung je nach regionalem Umsatz und Standort der Apotheke angestrebt.

Um der Bevölkerung die Suche nach geöffneten Apotheken zu erleichtern, hat die Apothekerkammer ein Online-Portal eingerichtet. Mit diesem Tool können Bürger die nächstgelegene Notdienstapotheke während des Protests finden.

Die Schließungen verdeutlichen die finanzielle Belastung der Apotheken, die als dezentrale Arzneimittelreserve Deutschlands fungieren. Zwar bleiben die Notdienste aufrechterhalten, doch der Protest unterstreicht die Notwendigkeit modernisierter Finanzierungsmodelle. Die Apotheker haben klar gemacht, dass weitere Verzögerungen bei der Gebührenanpassung langfristig die Versorgungsqualität gefährden könnten.

Quelle