30 March 2026, 10:17

Haushaltsstreit in Siegen-Wittgenstein: Kreistag scheitert an Einigung für 2026

Menschen marschieren eine baumbestandene Straße entlang und halten ein Banner mit der Aufschrift "Klima-Krise ist eine Krise" mit parkenden Fahrzeugen, Gebäuden und einem klaren Himmel im Hintergrund.

Haushaltsstreit in Siegen-Wittgenstein: Kreistag scheitert an Einigung für 2026

Kreistag von Siegen-Wittgenstein scheitert an Haushaltsverabschiedung für 2026

Nach einer langwierigen Debatte am Freitag konnte der Kreistag von Siegen-Wittgenstein keinen Haushalt für das Jahr 2026 verabschieden. Die Pattsituation zwingt den Kreis, vorläufig mit einer Übergangslösung zu wirtschaften – bei gleichzeitig fast ausgeschöpftem Dispositionskredit. Beamte warnen nun, dass die Mittel möglicherweise nicht bis zur nächsten Sitzung im Juni reichen.

Die Ratsversammlung dauerte über sechs Stunden, in denen über die Finanzierung lokaler Projekte, neue Wanderwege und Personalplanungen diskutiert wurde. Ein zentraler Streitpunkt entstand, als die CDU vorschlug, alle unbesetzten Stellen einzufrieren – mit Ausnahme von Notfällen. Landrat Andreas Müller (SPD) wies darauf hin, dass von einem solchen Stopp 108 Arbeitsplätze betroffen wären.

Der CDU-Antrag wurde später zurückgezogen, nachdem rechtliche Bedenken aufkamen: Der Vorschlag überschritt die Kompetenzen des Rates. Ohne einen genehmigten Stellenplan blieb der Haushalt unvollständig, sodass die Sitzung ohne Ergebnis endete.

Da kein neuer Haushalt vorliegt, muss der Kreis vorläufig unter "vorläufiger Haushaltsführung" weiterarbeiten, um bestehende Verträge einzuhalten. Nun ist der Kämmerer gezwungen, mit Banken zu verhandeln und beim Regierungsbezirk Arnsberg kurzfristige Nothilfen zu beantragen, um die laufenden Kosten zu decken. Sollte keine Einigung erzielt werden, könnte die Bezirksregierung einen Haushalt oktroyieren – und den lokalen Verantwortlichen damit die finanzielle Kontrolle entziehen.

Das gescheiterte Votum lässt Siegen-Wittgenstein in einer finanziellen Schwebe zurück, die voraussichtlich bis mindestens Juni andauert. Die nächsten Schritte des Kämmerers werden entscheiden, ob ein externes Eingreifen notwendig wird. Unterdessen bleiben Projekte wie die geplanten Erweiterungen des Rothaarsteigs in der Ungewissheit – über ihren aktuellen Stand gibt es keine öffentlichen Aussagen.

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