Hamburger Erklärung treibt Offshore-Wind und grünen Wasserstoff voran – doch die Branche kämpft
Hamburger Erklärung treibt Offshore-Wind und grünen Wasserstoff voran – doch die Branche kämpft
Neun Nordsee-Anrainerstaaten, darunter Norwegen, haben die Hamburger Erklärung unterzeichnet, um den Ausbau der Offshore-Windenergie und die Produktion von grünem Wasserstoff voranzutreiben. Das Abkommen sieht bis 2050 eine grenzüberschreitende Offshore-Windkapazität von 100 Gigawatt vor. Trotz dieser langfristigen Ziele steht die Wasserstoffbranche jedoch vor akuten Herausforderungen – insbesondere bei der Finanzierung und der Marktstimmung.
Die Hamburger Erklärung zielt darauf ab, die Erzeugung von erneuerbarem Wasserstoff zu beschleunigen, indem Offshore-Windparks mit der Produktion von grünem Wasserstoff verknüpft werden. Davon könnten Unternehmen wie der Wasserstofftechnologie-Anbieter Nel ASA profitieren. Doch die jüngsten Geschäftszahlen des Unternehmens erzählen eine andere Geschichte: Die Auftragseinnahmen sanken im dritten Quartal 2025 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 17 Prozent.
Die Stimmung unter Investoren bleibt verhalten. Der Aktienkurs von Nel ASA fiel von über 5,00 norwegischen Kronen (NOK) Mitte 2024 auf etwa 2,28 NOK bis Mitte Januar 2026. Analysten stufen die Aktie derzeit als "Verkauf" ein – ein Zeichen für die allgemeine Skepsis am Wasserstoffmarkt. Die Schwierigkeiten der Branche zeigen sich auch in den Investitionstrends: Zwar erreichten die globalen Ausgaben für die Energiewende 2025 mit 2,3 Billionen US-Dollar einen Rekordwert, doch flossen lediglich 7,3 Milliarden US-Dollar in Projekte für sauberen Wasserstoff. Aktuelle Daten bieten wenig Hoffnung: Zwischen Januar 2026 und dem 27. Januar 2026 wurden keine neuen Investitionen in wasserstoffbasierte Energie gemeldet. Frühere Zusagen umfassten unter anderem die EU-Freigabe von 6,8 Millionen Euro für den North Baltic Hydrogen Corridor im Februar 2025 sowie die Ankündigung von Rheinmetall, ab 2026 mit der Produktion von Elektroden zu beginnen. Hohe Kosten und eine schwache Nachfrage bremsen jedoch weiterhin den Infrastrukturausbau. Zudem sind die Prognosen für die Kosten von grünem Wasserstoff gestiegen, was die ohnehin gedämpfte Marktstimmung weiter belastet. Ohne stärkere Investitionen droht die Kluft zwischen ehrgeizigen Zielen und der Marktrealität weiter zu wachsen.
Die Hamburger Erklärung entwirft eine visionäre Roadmap für Offshore-Wind und grünen Wasserstoff bis 2050. Doch die kurzfristigen Aussichten der Branche bleiben ungewiss – geprägt von sinkenden Umsätzen, geringen Investitionen und fallenden Aktienkursen. Für Unternehmen wie Nel ASA hängt der weitere Weg davon ab, ob langfristige politische Vorgaben die aktuellen Marktvorbehalte überwinden können.
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