Gil Ofarim gesteht vor Gericht: Antisemitismus-Vorwürfe gegen Leipziger Hotel waren erfunden

Elias Werner
Elias Werner
2 Min.
David Letterman, gekleidet in Anzug und Krawatte, steht vor einer Menschenmenge, beleuchtet von Scheinwerfern und umgeben von einer Wand, wahrscheinlich bei der Premiere seines bevorstehenden Films.Elias Werner

Gil Ofarim Behauptet: Video ist eine Fälschung - Gil Ofarim gesteht vor Gericht: Antisemitismus-Vorwürfe gegen Leipziger Hotel waren erfunden

Im Oktober 2021 beschuldigte der Musiker Gil Ofarim einen Hotelangestellten in Leipzig des Antisemitismus. Ofarim behauptete, der Mitarbeiter habe ihn aufgefordert, seine Davidstern-Kette zu verstecken. Dies führte zu öffentlichen Protesten und einer Welle der Entrüstung in den sozialen Medien. Der Fall nahm eine überraschende Wendung, als Ofarim später zugab, dass seine Vorwürfe erfunden waren. Der Streit begann, als Ofarim ein Video veröffentlichte, in dem er den Hotelangestellten beschuldigte, antisemitische Bemerkungen gemacht zu haben. Er beharrte darauf, es gebe einen Zeugen, und behauptete zudem, die Überwachungsaufnahmen des Hotels seien manipuliert worden. Das Hotel veröffentlichte jedoch das Filmmaterial, auf dem keine Spur der Kette zu sehen war, was Ofarims Darstellungen widersprach. Die öffentliche Reaktion war schnell und heftig: Vor dem Hotel kam es zu Demonstrationen, der beschuldigte Mitarbeiter erhielt Todesdrohungen und wurde vorläufig suspendiert. Der Vorfall belastete zudem den Ruf Leipzigs, spaltete die lokale Politik und schadete der jüdischen Gemeinschaft, da der Missbrauch von Antisemitismus-Vorwürfen Vertrauen zerstörte. 2023 lehnte die Stadt Ofarims spätere Entschuldigung ab – seine falschen Behauptungen seien vorsätzlich und eigennützig gewesen. Ofarim brach sein Schweigen erst 2023 in der Sendung 'Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!' und begründete seine bisherige Zurückhaltung mit einer Vertraulichkeitsvereinbarung. Doch der Anwalt des Hotelmitarbeiters stellte klar, dass es lediglich eine Unterlassungserklärung gegeben habe. Im November 2023 gestand Ofarim vor Gericht, die Vorfälle erfunden zu haben. Im Rahmen eines Vergleichs zahlte er 10.000 Euro Entschädigung, die je zur Hälfte an die jüdische Gemeinde Leipzig und die Stiftung für die Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz gingen. Der Fall endete mit Ofarims Eingeständnis der Lügen und einer finanziellen Einigung. Der zunächst suspendierte und bedrohte Hotelangestellte wurde von jedem Fehlverhalten freigesprochen. Gleichzeitig hinterließ der Vorfall nachhaltige Spannungen in Leipzig – sowohl für die lokale jüdische Gemeinschaft als auch für das öffentliche Bild der Stadt.

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