Eltern in Mexiko protestieren gegen verkürztes Schuljahr 2025/2026
Wut und Protest: Eltern in Mexiko empört über verkürztes Schuljahr 2025/2026
Eltern in ganz Mexiko haben mit Empörung auf die Ankündigung des Bildungsministeriums (SEP) reagiert, das Schuljahr 2025/2026 um einen ganzen Monat zu verkürzen. Demnach endet der Unterricht bereits am 5. Juni. Viele Familien kritisieren, dass die Entscheidung ohne ausreichende Beteiligung die Bildungslücken vergrößere und den Alltag durcheinanderbringe.
Andrea Pugua, alleinerziehende Mutter von drei Kindern, nannte den Schritt „katastrophal“. Als Apothekerin stehe sie nun vor der Herausforderung, Arbeit und Kinderbetreuung neu organisieren zu müssen – etwa indem sie ihr jüngstes Kind mit zur Arbeit nehme und ihre Teenager unbeaufsichtigt lasse. Sie warf dem SEP vor, die Eltern bei der Entscheidung ignoriert zu haben.
Auch Laura, eine weitere Mutter, lehnte den verkürzten Stundenplan ab. Sie verwies auf die zahlreichen langen Wochenenden und Ausfälle, die das laufende Schuljahr bereits beeinträchtigt hätten. Weitere Kürzungen würden die Instabilität nur verschärfen, so ihre Kritik.
Pädagogen und Bildungsexperten äußerten ähnliche Bedenken. Gabriel García warnte, dass der Verlust eines ganzen Schulmonats die Wissenslücken vor allem bei benachteiligten Schülern vergrößern werde. Claudia Téllez bezeichnete die Änderung als „völligen Rückschritt“ und argumentierte, dass längere Ferien ein ohnehin schon angeschlagenes Bildungssystem weiter schwächen würden.
Araceli Hernández betonte die Folgen für einkommensschwache Familien, die sich keine Nachhilfe oder zusätzliche Aktivitäten leisten könnten. Stephany Gómez räumte zwar ein, dass die längere Pause Geschwistern mehr gemeinsame Zeit ermöglichen könnte, doch drei Monate ohne strukturiertes Lernen bergen ihrer Meinung nach erhebliche Risiken. Isidias Solórzano fügte hinzu, dass die Entscheidung nicht nur die Bildung, sondern auch lokale Wirtschaftszweige treffe, die von den Schulzeiten abhängen.
Die Verkürzung des Schuljahres 2025/2026 durch das SEP hat landesweit Widerstand ausgelöst. Während Familien mit organisatorischen Problemen kämpfen, warnen Lehrkräfte vor langfristigen Folgen für die Bildung und die wirtschaftliche Stabilität. Die Änderung tritt ohne weitere Rücksprache mit Eltern oder Lehrern in Kraft.






