Dresden führt am 24. Februar 2026 den Ruf des Muezzins ein – und polarisiert damit ganz Deutschland

Lotta Brandt
Lotta Brandt
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Eine Gruppe von Menschen marschiert mit einem Banner, auf dem "Klimaziele Abschaffen - Wie wagst du es?" steht, die Straße entlang. Einige halten Schirme und eine Person verwendet ein Megafon, vor dem Hintergrund von Laternenpfählen, Schildern, Bäumen, Gebäuden mit Fenstern, einem Kran und einem klaren blauen Himmel.Lotta Brandt

Dresden führt am 24. Februar 2026 den Ruf des Muezzins ein – und polarisiert damit ganz Deutschland

Dresden führt am 24. Februar 2026 den Ruf des Muezzins ein** und wird damit die jüngste deutsche Stadt, die diese Praxis übernimmt. Die Entscheidung folgte ausführlichen Beratungen am "Runden Tisch der Religionen" der Stadt und hat sowohl Zustimmung als auch kontroverse Diskussionen ausgelöst. Lokale Verantwortliche betonten dabei Respekt, Transparenz und die Bedeutung der Religionsfreiheit im Prozess.

Die muslimische DITIB-Gemeinde in Dresden kündigte an, den ersten Ruf des Muezzins am 24. Februar auszustrahlen. Der Schritt erfolgt, nachdem Raunheim den Gebetsruf 2023 als dauerhaftes Element eingeführt hatte – ein Präzedenzfall in Hessen. Bürgermeisterin Petra Broistedt (parteilos) unterstrich, dass die Entscheidung von den Grundsätzen der Religionsfreiheit und der gleichberechtigten Behandlung aller Glaubensgemeinschaften geleitet werde.

Die Reaktionen fallen gemischt aus. Eine Äußerung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) aus dem Jahr 2025, wonach der Muezzin-Ruf das Stadtbild verändert, hatte die Debatte neu entfacht. Das "Bündnis gegen Rechtsextremismus" warf ihm daraufhin Rassismus vor. Politiker wie Alexander Dobrindt (CSU) und Jens Spahn (CDU) hingegen bezeichneten die Diskussion als übertrieben. Ali Serkan Şahbaz von der DITIB verteidigte den Gebetsruf als geschützte religiöse Praxis – und nicht als politische Aussage.

Religiöse Würdenträger in Dresden äußerten sich mehrheitlich unterstützend. Dechant Wigbert Schwarze von der katholischen Kirche rief zu Respekt und Dialog statt Spaltung auf. Superintendent Dr. Frank Uhlhorn von der evangelischen Kirche argumentierte, der öffentliche Raum solle regulierte religiöse Äußerungen zulassen. Auch Jaqueline Jürgenliemk** von der jüdischen Gemeinde begrüßte die Initiative und betonte die Notwendigkeit des interreligiösen Austauschs.

Um das Verständnis zu fördern, veranstaltet die DITIB am 17. März 2026 eine offene Diskussionsrunde, gefolgt von einem "Tag der offenen Moschee" am 26. März. Eine Podiumsdiskussion am 30. März mit Dr. Uhlhorn und Professor Wolfgang Reinbold vertieft das Thema. Die Gemeinde sicherte zu, den Ruf transparent, innerhalb der vereinbarten Regelungen und rücksichtsvoll gegenüber der Nachbarschaft durchzuführen.

Der Muezzin-Ruf in Dresden startet damit in einem Rahmen aus Dialog und klaren Vorgaben. Die Stadt setzt auf öffentliche Gespräche und Veranstaltungen, um Bedenken zu adressieren und den Zusammenhalt zu stärken. Die Entscheidung spiegelt die größeren Debatten über religiöse Ausdrucksformen im öffentlichen Raum Deutschlands wider.

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