Doppelleben in Hannover: Wie ein Kadyrow-Vertreter die AfD unterwandert

Admin User
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Ein Buchumschlag mit Armee-Panzern und Jeeps in einer KriegsSzene mit Text darüber.

Doppelleben in Hannover: Wie ein Kadyrow-Vertreter die AfD unterwandert

Noah Krieger, eine führende Persönlichkeit der hannoverschen AfD und eine Schlüsselfigur der rechtsextremen Szene, sorgt mit seiner doppelten Rolle als selbsternannter Patriot und wichtiger Verbindungsperson zum autoritären Regime in Tschetschenien für Aufsehen. Geboren als Murad Dadaev in Grosny, agiert er heute als Vertreter des tschetschenischen Machthabers Ramsan Kadyrow – und pflegt gleichzeitig enge Kontakte zur größten Oppositionspartei Deutschlands. Seine Einflussnahme wirft bei Kritikern und Menschenrechtsexperten gleichermaßen Fragen auf.

Krieger inszeniert sich in Hannover als erfolgreicher Unternehmer und lautstarker Nationalist. Mit fast 440.000 Followern auf Instagram übertrifft seine Social-Media-Präsenz die vieler AfD-Abgeordneter bei Weitem. In seiner luxuriösen Villa im Stadtteil Herrenhausen empfing er wiederholt Spitzenvertreter der lokalen AfD und etablierte sich so als gut vernetzter Machtbroker innerhalb der Partei.

Doch sein Werdegang erzählt eine andere Geschichte. Die Menschenrechtsexperten Amina Larsson und Emil Aslan beschreiben Krieger als zentrale Figur, die die tschetschenische Diaspora in Deutschland unter Kadyrows Kontrolle vereint. Beobachter warnen, er übe Druck auf Regimekritiker aus und erzwinge Loyalität unter exilierten Tschetschenen. Seine Verbindungen reichen in ein Netzwerk von Kadyrow-treuen Vertretern hinein – ein Muster, das an die Methoden der inzwischen aufgelösten Kulturvereinigung seines Bruders in Österreich erinnert. Die hannoversche AfD unter dem Bundestagsabgeordneten Jörn König hat sich bisher nicht zu Kriegers Rolle oder seinen tschetschenischen Verknüpfungen geäußert. Unterdessen könnte seine Villa bald geräumt werden, was Spekulationen über seine wahren Absichten in der Partei nährt. Der Sicherheitsexperte Emil Aslan sieht ein klares Schema: Kadyrow und sein Umfeld sorgten systematisch dafür, dass Tschetschenen im Ausland unter ihrem Einfluss blieben.

Kriegers Position in der AfD und seine Loyalität gegenüber Kadyrows Regime verunsichern tschetschenische Dissidenten in Deutschland. Das Schweigen der Partei zu diesem Thema lässt Fragen nach möglicher ausländischer Einflussnahme in den eigenen Reihen offen. Seine nächsten Schritte – und die Reaktion der AfD darauf – werden in den kommenden Monaten wohl weitere Aufmerksamkeit auf sich ziehen.