22 March 2026, 04:14

Deutschland testet Wehrtauglichkeit: Fragebögen für 18-Jährige verschickt

Altes Buchcover mit zwei uniformierten Männern, einer hält ein Gewehr, vor einem Hintergrund aus Bäumen und Gebäuden, betitelt mit "Infanterie der Deutschen Legion 1813-14".

Militärberater: 'Eltern' Sorge wächst - Deutschland testet Wehrtauglichkeit: Fragebögen für 18-Jährige verschickt

Deutschland hat damit begonnen, Fragebögen an 18-Jährige zu versenden, um ihre Eignung für den Wehrdienst zu prüfen. Der Schritt markiert einen Kurswechsel in der Sicherheitspolitik, auch wenn es im Land nach wie vor keine allgemeine Wehrpflicht gibt. Erstmals erhalten sowohl Männer als auch Frauen die Unterlagen – die erste Charge wurde am 15. Januar in Sachsen-Anhalt verschickt.

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Das neue System schreibt vor, dass alle jungen Männer den Fragebogen ausfüllen müssen, während die Teilnahme für Frauen freiwillig bleibt. Die Regierungskoalition hat angekündigt, dass bei anhaltenden Rekrutierungsschwierigkeiten der Bundeswehr eine "bedarfsorientierte Wehrpflicht" eingeführt werden könnte. Diese mögliche Entwicklung lässt viele darüber nachdenken, ob sie im Konfliktfall bereit wären, ihrem Land zu dienen.

Allein in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sind seit Jahresbeginn bereits mehr Anträge für den freiwilligen Wehrdienst eingegangen. Gleichzeitig steigt die Zahl der anerkannten Kriegsdienstverweigerer stark an: Bis 2025 werden voraussichtlich 2.830 Fälle registriert, und bereits bis Ende Februar dieses Jahres waren es 1.035. Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) bietet inzwischen Beratungen für junge Erwachsene an, die unsicher sind, ob sie Wehrdienst leisten möchten – ein Zeichen für die wachsende Verunsicherung unter Jugendlichen und ihren Familien.

Auch Eltern und Großeltern äußern Sorgen, dass ihre Kinder oder Enkelkinder künftig in Einsätze geschickt werden könnten. Zwar gibt es keine öffentlichen Daten dazu, wie viele Reservisten wegen möglicher Konflikte Unterstützung suchen, doch die Debatte über militärische Verpflichtungen gewinnt zunehmend an Fahrt.

Die Einführung der Fragebögen deutet auf eine mögliche Rückkehr zur Wehrpflicht hin, falls sich zu wenige Freiwillige melden. Während sich immer mehr junge Menschen für den Dienst bei der Bundeswehr bewerben und andere eine Befreiung anstreben, löst der Politikwechsel in der Bevölkerung eine breite Reflexion aus. Die kommenden Monate werden zeigen, wie die Gesellschaft auf diese Veränderungen in der deutschen Sicherheitsstrategie reagiert.

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