Bundesärztekammer fordert bundesweites Feuerwerksverbot an Silvester

Admin User
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Eine große Gruppe von Menschen steht im Freien und zündet Raketen.

Ärztepräsident Reinhardt fordert Feuerwerksverbot zum Schutz der Bevölkerung - Bundesärztekammer fordert bundesweites Feuerwerksverbot an Silvester

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hat ein vollständiges Verbot von privatem Feuerwerk an Silvester gefordert. Sein Appell folgt auf wiederholte Vorfälle mit Verletzungen, Umweltschäden und öffentlichen Rüstörungen, die durch den unkontrollierten Umgang mit Feuerwerkskörpern im ganzen Land verursacht werden. Zwar haben einige Städte bereits in bestimmten Zonen Einschränkungen erlassen, doch eine bundesweite Regelung wird weiterhin diskutiert.

Jedes Jahr führen Böller und Raketen zu unzähligen Verletzungen – besonders bei Kindern und Jugendlichen, die häufig unter akustischen Traumata, Verbrennungen oder Augenverletzungen leiden. Auch Unbeteiligte sind gefährdet, da unkontrollierte Explosionen immer wieder zu schweren Schäden führen. Reinhardt betonte, dass sich viele dieser Vorfälle durch strengere Kontrollen vermeiden ließen.

Feuerwerkskörper werden nicht nur leichtsinnig gezündet, sondern mitunter auch als Waffen gegen Einsatzkräfte wie Polizei und Feuerwehr eingesetzt. Der Lärm und das Chaos können zudem bei Kriegsflüchtlingen Panik auslösen – viele von ihnen stammen aus Krisenregionen wie der Ukraine oder Syrien. Über eine Million dieser Schutzsuchenden leben derzeit in Deutschland, was die Problematik verschärft. Neben den Sicherheitsrisiken belastet Feuerwerk zudem die Umwelt durch Müll und Emissionen.

Während Städte wie Alsfeld, München, Nürnberg und Trier in sensiblen Bereichen – etwa in historischen Innenstädten oder auf Hauptmärkten – lokale Verbote erlassen haben, um Menschen, Tiere und Gebäude zu schützen, hält Reinhardt diese Maßnahmen für unzureichend. Er fordert die Innenminister von Bund und Ländern auf, ein flächendeckendes Verbot durchzusetzen und nur organisierte, behördlich genehmigte Feuerwerke an festgelegten Orten zuzulassen.

Die Debatte dauert an: Das Bündnis #böllerciao – ein Zuammenschluss von über 55 Organisationen – drängt auf ein bundesweites Verbot, inspiriert vom geplanten Feuerwerksstopp in den Niederlanden ab 2026. Vertreter der Pyrotechnik-Branche lehnen den Vorstoß jedoch ab und halten die Diskussion damit in Gang.

Reinhardts Vorschlag zielt darauf ab, Verletzungen zu reduzieren, schutzbedürftige Gruppen zu entlasten und Umweltschäden einzudämmen. Sollte das Verbot kommen, würde es das heutige Flickwerk aus lokalen Regelungen ersetzen. Die endgültige Entscheidung liegt nun bei Bund und Ländern.