Berliner Startup revolutioniert Mode: Nähroboter bringt Textilproduktion zurück nach Europa

Lotta Brandt
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Ein Mann bedient eine Nähmaschine in einer Fabrik, umgeben von Kleidung und anderen Gegenständen, dargestellt in Schwarz-Weiß.Lotta Brandt

Berliner Startup revolutioniert Mode: Nähroboter bringt Textilproduktion zurück nach Europa

Deutschland setzt stark auf importierte Textilien – bis zu 90 Prozent der Kleidung stammen aus dem Ausland, davon allein 40 Prozent aus China und Bangladesch. Doch ein Berliner Startup will die Produktion nun zurück nach Europa holen: Adotc entwickelt einen automatisierten Nähroboter, der Transportemissionen verringern, Abfall reduzieren und die Rückgabequoten senken könnte – indem Kleidung direkt vor Ort hergestellt wird.

Gegründet wurde Adotc 2020 von Dr. Yves-Simon Gloy und Peter Brunsberg, beiden Experten für Textiltechnologie. Gloy, der als Privatdozent an der RWTH Aachen lehrt, hat über 270 wissenschaftliche Arbeiten zu dem Thema veröffentlicht. Brunsberg bringt jahrzehntelange Erfahrung mit: 1997 gründete er Bagjack, einen deutschen Hersteller von Rucksäcken und Accessoires.

Das Herzstück des Startups ist eine robotergestützte Nähzelle, die mit Sensoren, Greifarmen und einer Echtzeit-Überwachungs-App arbeitet. Sie ist darauf ausgelegt, mit bestehenden Nähmaschinen zusammenzuarbeiten und eines der größten Hindernisse der Textilautomatisierung zu überwinden: den Umgang mit flexiblen, empfindlichen Stoffen. Die Bundesagentur für Arbeit fördert das Projekt mit rund 100.000 Euro.

Adotc ist nicht allein mit diesem Vorhaben. Mindestens drei weitere europäische Unternehmen arbeiten an ähnlichen Lösungen, um die Textilproduktion zurück nach Europa zu verlagern. Das Hamburger Startup Smatch nutzt etwa KI, um Marken bei der Lagerverwaltung zu unterstützen und Überproduktion zu vermeiden. Textilfabrik 7.0 kombiniert Robotik, KI und Biotechnologie, um die lokale Fertigung wiederzubeleben. Ziel dieser Initiativen ist es, die starke Abhängigkeit der Branche von ausländischen Zulieferern zu verringern.

Experten schätzen, dass bereits die Rückverlagerung von 10 bis 15 Prozent der Kleidungsproduktion nach Deutschland jährlich 1,5 Millionen Tonnen CO₂ einsparen könnte. Gleichzeitig würden sich die Lieferketten verkürzen, die Branche könnte flexibler auf Nachfrageschwankungen reagieren und Lagerbestände an unverkaufter Ware reduzieren.

Adotcs Nähroboter könnte die Textilherstellung in Deutschland grundlegend verändern. Durch kürzere Transportwege und weniger Produktionsabfall trägt die Technologie zu einer nachhaltigeren und anpassungsfähigeren Modeindustrie bei. Sollte das Projekt erfolgreich sein, könnte es weitere Investitionen in die lokale Fertigung in ganz Europa anstoßen.

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