Berlin-Schöneberg startet erstes digitales Zivilverfahren für Bagatellklagen ab April 2026
Hannah BöhmBerlin-Schöneberg startet erstes digitales Zivilverfahren für Bagatellklagen ab April 2026
Am 15. April 2026 startet das Amtsgericht Berlin-Schöneberg Deutschlands erstes voll digitalisiertes Zivilverfahren für Bagatellklagen. Das Pilotprojekt soll Klageverfahren bei Streitwerten bis zu 10.000 Euro vereinfachen – ein Novum in der deutschen Gerichtslandschaft, da bisher kein anderes Amtsgericht ein vergleichbares System eingeführt hat.
Mit dem neuen Online-Verfahren können Kläger ihre Anträge digital einreichen und verwalten. Zudem werden Videoverhandlungen in Zivilsachen eine größere Rolle spielen, was den Bedarf an Präsenzterminen verringert. Ziel ist es, Gerichtsverfahren für Privatpersonen und Unternehmen schneller und zugänglicher zu gestalten.
Bis zum 31. März 2026 hatte kein anderes deutsches Amtsgericht ein vollständig digitales System für Klagen dieser Größenordnung umgesetzt. Die Initiative des Schöneberger Gerichts ist damit der erste Versuch, niedrige Streitwerte mithilfe von Technologie effizienter abzuwickeln. Im Rahmen des Pilotprojekts liegt der Fokus auf Zahlungsklagen, um zu prüfen, wie gut digitale Werkzeuge solche Fälle bewältigen können.
Bei Erfolg könnte das Projekt als Vorbild für andere Gerichte dienen. Berliner Kläger erhalten damit bald eine unkompliziertere Möglichkeit, Streitigkeiten unter 10.000 Euro beizulegen. In den kommenden Monaten will das Gericht die Effizienz des Systems sowie die Zufriedenheit der Nutzer evaluieren.






