30 March 2026, 20:16

Berlin führt Ausbildungsabgabe ein – Strafzahlungen für Unternehmen ab 2028

Logo der Berlin Finance Initiative mit einem blauen Kreis mit weißer Umrandung und einem weißen "B" in der Mitte, umgeben von einem weißen Ring mit einem blau-weißen Karomuster, auf einem weißen Hintergrund mit fetter schwarzer Schrift, die "Berlin Finance Initiative" liest.

Berlin führt Ausbildungsabgabe ein – Strafzahlungen für Unternehmen ab 2028

Berlin führt eine neue Ausbildungsabgabe ein, um Unternehmen zu mehr Lehrstellen zu verpflichten. Ab 2028 müssen Betriebe mit mindestens zehn Beschäftigten eine Ausbildungsquote von 4,6 Prozent erfüllen – oder Strafzahlungen leisten. Mit der Maßnahme sollen jährlich rund 75 Millionen Euro für die berufliche Bildung aufgebracht werden.

Das kürzlich vom Abgeordnetenhaus verabschiedete Berliner Ausbildungsförderfondsgesetz richtet sich gegen Unternehmen, die zu wenig ausbilden, und zwingt sie, in einen zentralen Fonds einzuzahlen. Betroffen sein könnten rund 75.000 Betriebe in der Stadt, wobei Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitenden ausgenommen sind.

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Kritik kam prompt von lokalen Unternehmerinnen und Unternehmern. Agnieszka Walorska, Gründerin des Fintech-Unternehmens Mika, nannte die Abgabe "unsinnig" und verwies auf das geringe Interesse junger Menschen an klassischen Berufsausbildungen. Ralph Hage von Lap Coffee argumentierte, die Politik sende die falsche Botschaft an Unternehmen, da sein Betrieb auf Automatisierung und moderne Schulungsmethoden setze.

Auch andere Start-ups stehen vor Herausforderungen. Moritz Kreppel von Urban Sports Club erklärte, sein Unternehmen müsse die Strafe zahlen, da es bestimmte Ausbildungsplätze nicht anbiete. Marius Meiners von Peec AI räumte ein, die Einstellung von Auszubildenden sei für sein Geschäft unpraktikabel – er ziehe es vor, die Gebühr zu akzeptieren, statt den Betrieb umzustellen.

Die Abgabe tritt 2028 in Kraft und betrifft Unternehmen, die die Ausbildungsvorgabe nicht erfüllen. Die eingelegten Mittel – geschätzt 75 Millionen Euro pro Jahr – sollen berufliche Bildungsprogramme in ganz Berlin fördern. Viele betroffene Betriebe halten die Regelung jedoch für undurchführbar in ihren Geschäftsmodellen.

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