Bayerns verlorene Schätze: Kampagne gegen das Verschwinden historischer Gebäude

Heimatschutz sucht 'Abbruch des Jahres' - Bayerns verlorene Schätze: Kampagne gegen das Verschwinden historischer Gebäude
Kampagne in Bayern lenkt Blick auf Verlust historischer Gebäude
Eine Initiative in Bayern macht auf den Schwund historischer Bauten in der gesamten Region aufmerksam. Der Bayerische Landesverein für Heimatpflege hat seine jährliche Abstimmung zum „Abriss des Jahres“ gestartet und ruft die Bevölkerung auf, die bedauerlichsten Verluste des architektonischen Erbes zu benennen. Auf der diesjährigen Liste stehen Kirchen, Gasthäuser und Wohnhäuser, die einst das Ortsbild prägten.
Der Verein kritisiert den wachsenden Trend, alte Gebäude durch moderne Neubauten zu ersetzen. Besonders traditionelle Wirtshäuser gelten nicht einfach als veraltete Bausubstanz – sie forman den Charakter von Städten und dienen als soziale Treffpunkte. Rudolf Neumaier, der Geschäftsführer des Vereins, nannte die Abrisse eine „Tragödie“, während der Vorsitzende Olaf Heinrich betonte, dass das architektonische Erbe zentral für die lokale Identität sei.
Ein markantes Beispiel ist das Nürnberger Hauptpostgebäude, das 2018 abgerissen wurde und 2021 den zweifelhaften Titel „Abriss des Jahres“ erhielt. Der Verein sammelt nun weitere Fälle verschwundener Wahrzeichen in ganz Bayern. Bis zum 11. Januar kann die Öffentlichkeit online über die zwölf bedauerlichsten Abrisse abstimmen. Im vergangenen Jahr beteiligten sich fast 1.700 Menschen an der Wahl – die Wagnergasse in Landshut belegte damals den unrühmlichen Spitzenplatz. Die Kampagne soll den Bewohnern ins Gedächtnis rufen, welche Bauten ihren Gemeinden einst ein unverwechselbares Gesicht gaben.
Die Arbeit des Vereins zeigt, wie schnell historische Gebäude verschwinden. Durch die Sammlung von Stimmen und die Sensibilisierung der Öffentlichkeit hofft man, das Andenken an diese verlorenen Bauwerke zu bewahren. Die endgültigen Ergebnisse werden offenbaren, welche Abrisse die Bevölkerung am meisten bedauert.

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