Apothekenreform scheitert am Widerstand der Bundesländer – Warken unter Druck

Lotta Brandt
Lotta Brandt
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Ein aufgeschlagenes Buch mit handgeschriebener Schrift, wahrscheinlich ein Dokument der Bundesrepublik Deutschland, mit Wasserzeichen unten.Lotta Brandt

Apothekenreform scheitert am Widerstand der Bundesländer – Warken unter Druck

Apothekenreform in Deutschland stößt auf massiven Widerstand

Die geplante Apothekenreform der Bundesregierung ist auf ein schwerwiegendes Hindernis gestoßen, nachdem sich die Gesundheitsminister der Länder gegen die Vorschläge von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) gestellt haben. Der Bundesrat, der die Interessen der Bundesländer vertritt, billigte am 30. Januar 30 geforderte Änderungen und verzögerte damit die Einführung strengerer Regeln für Versandapotheken. Warken, die einen kooperativeren Kurs als ihr Vorgänger versprochen hatte, sieht sich nun mit wachsendem Widerstand sowohl aus den Ländern als auch von Branchenvertretern konfrontiert.

Ursprünglich hatte Warken einen Bruch mit dem konfrontativen Stil ihres Vorgängers Karl Lauterbach (SPD) angestrebt und stattdessen auf Dialog sowie gemeinsame Lösungen gesetzt. Symbolträchtig posierte sie mit ihrem CDU-Kollegen Karl-Josef Laumann beim Deutschen Apothekertag – ein Zeichen der Einigkeit mit den Ländervertretern. Doch als die Bundesländer ihre Einwände vorlegten, wies sie nahezu alle kritischen Punkte zurück, darunter die Forderung nach einem Versorgungszuschlag im Sozialgesetzbuch (SGB V) sowie schärfere Kontrollen für Versandapotheken.

Sowohl Laumanns Vorschlag, einen Versorgungszuschlag im SGB V zu verankern, als auch seine Pläne für strengere Regulierungen von Versandapotheken fanden im Bundesrat Rückhalt. Die Länder forderten zudem freiwillige Beratungsgebühren für Online-Apotheken, regionale Versorgungsgarantien sowie erweiterte Verhandlungsrechte für stationäre Apotheken. Ihr Druck führte dazu, dass verschärfte Auflagen – etwa die Pflicht zu Videoberatungen – vorerst verschoben wurden und die Preisgestaltungsrechte der Apotheker bis 2029 erhalten bleiben.

Trotz ihrer früheren Zusagen erinnert Warkens pauschale Ablehnung der Länderanliegen nun an Lauterbachs polarisierenden Führungsstil. Angesichts unpopulärer, aber notwendiger Reformen riskiert sie, die Bundesländer weiter zu verprellen. Die klare Haltung des Bundesrates zeigt: Die Länder sind bereit, sich gegen das Bundesgesundheitsministerium zu stellen, sollte es ihre Positionen weiterhin ignorieren.

Die Apothekenreform steht nun vor erheblichen Verzögerungen, da Warken durch die Bundesratsbeschlüsse zurück an den Verhandlungstisch gezwungen wird. Versandapotheken kommen vorerst ohne strengere Auflagen davon, während stationäre Apotheken wichtige Verhandlungsrechte behalten. Das Ergebnis unterstreicht die wachsenden Spannungen zwischen bundespolitischen Vorgaben und den Forderungen der Länder im deutschen Gesundheitssystem.

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