26 March 2026, 06:17

VW-Werk Osnabrück: Vom Auto zur Raketenabwehr für Israels Iron Dome?

Mercedes-Benz-Fabrik in Deutschland mit Fahrzeugen auf der Straße, Grünflächen, Gebäuden und einem Logo-Pfahl unter einem bewölkten Himmel.

VW-Werk Osnabrück: Vom Auto zur Raketenabwehr für Israels Iron Dome?

Volkswagen verhandelt mit dem israelischen Rüstungsunternehmen Rafael über eine Umnutzung seines kränkelnden Werks in Osnabrück. Die Fabrik, in der derzeit das Cabriolet T-Roc vom Band rollt, könnte bald Komponenten für das Raketenabwehrsystem Iron Dome produzieren. Der Schritt könnte die Arbeitsplätze der 2.300 Beschäftigten sichern, nachdem ein jüngster Übernahmeversuch durch Rheinmetall gescheitert war.

Das Osnabrücker Werk stand seit dem Rückzug Rheinmetalls von Plänen zur Umwandlung in eine Produktion für gepanzerte Fahrzeuge vor ungewisser Zukunft. Nun bietet Rafaels Vorschlag eine mögliche Rettung: Die Herstellung von Iron-Dome-Bauteilen wie schwerem Lkw-Gerät und Startrampe soll innerhalb von 12 bis 18 Monaten anlaufen. Die Vereinbarung könnte nahezu alle bestehenden Arbeitsplätze am Standort erhalten.

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Das Iron-Dome-System, bekannt für die Abwehr ballistischer Raketen, hat sich in jüngsten Konflikten bewährt – etwa bei Angriffen aus dem Iran. Rafael, einer der größten Rüstungskonzerne Israels mit einem Umsatz von 4,3 Milliarden Euro im Jahr 2024, will das System an europäische Regierungen verkaufen. Deutschland wurde als Produktionsstandort wegen seiner Ingenieurskompetenz und der israelFreundlichen Haltung ausgewählt.

Die Geschosse für Iron Dome sollen jedoch nicht in Osnabrück, sondern an einem anderen, noch nicht festgelegten Standort in Deutschland gefertigt werden. Die Gespräche finden zu einem Zeitpunkt statt, an dem VW, Deutschlands größter Autokonzern, enttäuschende Finanzzahlen für 2025 meldet – was die Dringlichkeit für die Zukunft des Werks erhöht.

Falls der Deal unter Dach und Fach kommt, wäre dies ein radikaler Wandel für das Osnabrücker Werk: vom Automobilbau zur Rüstungsproduktion. Das Projekt könnte nicht nur die Beschäftigung stabilisieren, sondern Deutschland auch als zentralen Zulieferer für das Iron-Dome-System positionieren. Die Verhandlungen zwischen VW und Rafael laufen noch; unklar ist bisher, welche europäischen Regierungen das System erwerben könnten.

Quelle