Volkswagen zahlt Rekordprämie trotz Diesel-Skandal und Milliardenverlusten
Noah WeberVolkswagen zahlt Rekordprämie trotz Diesel-Skandal und Milliardenverlusten
Trotz der Rekordverluste durch den Dieselabgasskandal erhält die Stammbelegschaft von Volkswagen für das Jahr 2015 eine Gewinnbeteiligung von fast 4.000 Euro. Die am Freitag zwischen Unternehmensführung und Arbeitnehmervertretern ausgehandelte Vereinbarung betrifft rund 120.000 Mitarbeiter, die unter das interne Lohnsystem fallen.
Die Prämienregelung wurde nach intensiven Verhandlungen finalisiert; die Auszahlungen sollen im Mai zusammen mit den Gehältern erfolgen. Jeder anspruchsberechtigte Beschäftigte erhält 3.950 Euro – eine bemerkenswerte Summe angesichts der finanziellen Folgen der Affäre.
Unterdessen mehren sich die juristischen Herausforderungen. Norwegens Staatsfonds NBIM, der viertgrößte Volkswagen-Aktionär, kündigte an, gegen das Unternehmen zu klagen. Mit einem Anteil von 1,64 % der Stimmrechte hat der Fonds durch den drastischen Kursverfall Verluste in dreistelliger Millionenhöhe erlitten. Andere institutionelle Anleger haben bereits Schadensersatzforderungen eingereicht, während in den USA noch Klagen anhängig sind, bei denen Strafen in Milliardenhöhe drohen.
Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil, der dem Aufsichtsrat von VW angehört, begrüßte die Prämienvereinbarung. Doch die Streitigkeiten um die Managerboni bleiben ungelöst und verschärfen die anhaltende Krise.
Die Auszahlung von 3.950 Euro kommt 120.000 Mitarbeitern zugute und bietet ihnen eine gewisse Entlastung inmitten der finanziellen Turbulenzen des Konzerns. Angesichts der anstehenden Klagen und ungelösten Konflikte um die Vorstandsvergütung sind Volkswagen jedoch noch lange nicht alle rechtlichen und finanziellen Hürden genommen.






