17 March 2026, 02:13

UniCredit bietet 35 Milliarden für Commerzbank – doch Berlin blockt ab

Balkendiagramm, das Wertminderungen von Ölunternehmen zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

UniCredit bietet 35 Milliarden für Commerzbank – doch Berlin blockt ab

UniCredit startet 35-Milliarden-Euro-Übernahmeangebot für Commerzbank

Die italienische Großbank UniCredit hat ein Übernahmeangebot in Höhe von 35 Milliarden Euro für die Commerzbank vorgelegt und bietet den Aktionären 30,80 Euro pro Aktie. Der Schritt stößt auf massiven Widerstand der deutschen Bundesregierung und der Gewerkschaften, die um Arbeitsplätze und eine Schwächung des Bankensektors fürchten. Die Ankündigung löste unterdessen eine plötzliche Trendwende an den Märkten aus und trieb den DAX nach anfänglichen Verlusten nach oben.

Zunächst hatte der DAX im frühen Handel aufgrund fallender Ölpreise im Minus gelegen. Doch die Nachricht vom Übernahmeangebot von UniCredit kehrte die Entwicklung um: Der Index stieg um 0,53 Prozent auf 23.574 Punkte.

Das Angebot von UniCredit liegt etwa vier Prozent über dem aktuellen Börsenkurs der Commerzbank. UniCredit-Chef Andrea Orcel hält bereits fast 30 Prozent der Commerzbank-Aktien und erhöht den Druck auf die Führungsetage. Nun sieht sich Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp mit Forderungen konfrontiert, in Verhandlungen einzutreten.

Die Bundesregierung blockiert den Deal jedoch seit Langem und pocht auf die Unabhängigkeit der Commerzbank. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) betonte, man brauche eine "starke und unabhängige Commerzbank". Der Staat hält weiterhin eine Beteiligung von zwölf Prozent. Seit September 2024 hat UniCredit seine Anteile schrittweise ausgebaut, doch die Regierung weigert sich, ihre Anteile zu verkaufen.

Auch der Betriebsrat der Commerzbank und die Gewerkschaft Verdi lehnen das Übernahmeangebot scharf ab und warnen vor massiven Stellenstreichungen. Anleger beobachten derweil die kritische Unterstützungsmarke des DAX bei rund 22.900 Punkten. Ein Fall unter diese Schwelle könnte weitere Verkäufe auslösen, während ein Anstieg über 24.000 Punkte auf eine robustere Marktstimmung hindeuten würde. Aktuell notiert der DAX noch 4,5 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 24.698 Punkten.

Ein formelles Übernahmeangebot wird für Mai erwartet, was Aktionären und Aufsichtsbehörden nur wenig Zeit lässt, die Konsequenzen zu prüfen.

Das Angebot hat die Marktstimmung bereits verändert und den DAX nach anfänglichen Rückgängen beflügelt. Sollte der Deal gelingen, würde UniCredit die volle Kontrolle über die Commerzbank übernehmen. Doch der Widerstand aus Berlin und vonseiten der Arbeitnehmervertreter könnte die Übernahme verzögern oder sogar scheitern lassen. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob das Angebot vorankommt oder unter dem politischen und regulatorischen Druck zusammenbricht.

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