Pharmakonzern will Kerendia-Zulassung erweitern – trotz Milliardenverlusten und Roundup-Klagen
Noah WeberPharmakonzern will Kerendia-Zulassung erweitern – trotz Milliardenverlusten und Roundup-Klagen
Ein großer Pharmakonzern hat Pläne bekannt gegeben, die Zulassung für sein Nierenmedikament Kerendia zu erweitern. Dieser Schritt folgt auf erfolgreiche klinische Studien, die die Wirksamkeit des Präparats auch bei nicht-diabetischen Patienten belegen. Unterdessen stiegen die Aktien nach Veröffentlichung der Ergebnisse deutlich an – ein Zeichen für das Vertrauen der Anleger in die Zukunft des Unternehmens.
Gleichzeitig sieht sich das Unternehmen weiterhin mit rechtlichen Herausforderungen konfrontiert, insbesondere durch die anhaltenden Roundup-Klagen. Eine entscheidende Anhörung vor dem Obersten Gerichtshof der USA ist für nächstes Jahr angesetzt.
Kerendia (Wirkstoff: Finerenon) erhielt erstmals im Juli 2021 in den USA die Zulassung zur Behandlung von chronischen Nierenerkrankungen in Verbindung mit Typ-2-Diabetes. Die europäischen und japanischen Behörden folgten mit ihren Genehmigungen im Februar bzw. September 2022. Grundlage für diese Entscheidungen waren die globalen Phase-3-Studien FIDELIO-DKD und FIGARO-DKD.
Nun plant das Unternehmen, einen neuen Antrag bei der US-Arzneimittelbehörde FDA einzureichen, um Kerendia für ein breiteres Anwendungsspektrum zuzulassen. Aktuelle Studien bestätigten, dass das Medikament sein primäres Ziel bei der Behandlung nicht-diabetischer chronischer Nierenerkrankungen erreichte. Bei einer Genehmigung könnte diese Erweiterung den Zugang zu einem deutlich größeren Patientenmarkt ermöglichen.
Trotz dieser Fortschritte verzeichnete das Unternehmen im Jahr 2025 einen Nettoverlust von 3,6 Milliarden Euro. Hohe Prozesskosten – vor allem im Zusammenhang mit Roundup – trieben die Nettoverschuldung auf fast 30 Milliarden Euro. Der rechtliche Druck bleibt bestehen: Im April 2026 wird der US-Supreme Court über die Warnhinweise auf Roundup-Produkten verhandeln. Eine Entscheidung wird bis Mitte Juni desselben Jahres erwartet.
An der Börse reagierten die Anleger positiv: Nach den vielversprechenden Studienergebnissen kletterte der Aktienkurs um 4,71 Prozent auf 40,25 Euro. Investoren beobachten zudem die langfristige Strategie des Konzerns, die vorsieht, innerhalb des nächsten Jahrzehnts zehn Blockbuster-Medikamente auf den Markt zu bringen. Die geplante Kerendia-Erweiterung gilt als wichtiger Schritt zur Stärkung der Geschäftsaktivitäten.
Die Hauptversammlung des Unternehmens findet am 1. April 2026 statt. Die Aktionäre stimmen dort über eine vorgeschlagene Dividende von 0,11 Euro pro Aktie ab und werden sich mit den rechtlichen und finanziellen Herausforderungen auseinandersetzen.
Der Antrag auf erweiterte Kerendia-Zulassung bei der FDA könnte die Marktpräsenz des Unternehmens neu definieren. Die Entscheidung des Supreme Court zu den Roundup-Warnhinweisen wird zudem die rechtliche und finanzielle Perspektive maßgeblich beeinflussen. Mit zehn neuen Wirkstoffen in der Pipeline strebt der Konzern ein Gleichgewicht zwischen Wachstum und der Bewältigung der anhaltenden Klagenlast an.