"The Wheelie Show": Wie Rollschuhe und Rollstühle die Bühne revolutionieren
Lotta Brandt"The Wheelie Show": Wie Rollschuhe und Rollstühle die Bühne revolutionieren
Wie finden Menschen in einer hektischen Welt Momente der Stille? Diese Frage steht im Mittelpunkt der Tanzperformance The Wheelie Show, die Bewegung und Fähigkeit auf ungewöhnliche Weise neu definiert. Was als einfacher Rollschuhkurs in Hamburg begann, hat sich zu einem inklusiven Bühnenspektakel entwickelt, das Rollstühle, Rollschuhe und Alltagsgegenstände mit Rädern verbindet.
Die Show vereint Tänzer:innen mit und ohne Behinderungen und lotet die Grenzen zwischen Tempo und Ruhe aus. Mit dynamischen Choreografien und sportlichen Einflüssen wird das Publikum zum Nachdenken über moderne Lebensrhythmen angeregt. Der Ursprung der Produktion liegt im Projekt Rolling Good Times, einem offenen Tanzkurs auf einer öffentlichen Rollschuhbahn in Hamburg. Innerhalb von sechs Monaten entstand daraus durch gemeinsame Experimente eine komplexe Bühnenperformance. Die Choreografie verwebt ruhige, künstlerische Passagen mit plötzlichen Ausbrüchen hektischer Energie.
Auf der Bühne bewegen sich die Darsteller:innen auf unterschiedliche Weise: Die eine Hälfte des Ensembles gleitet auf Rollschuhen, die andere nutzt Rollstühle. Innovative Hebefiguren zeigen etwa Rollschuhläufer:innen, die auf Rollstühlen balancieren – eine ungewöhnliche Verbindung von Körperbeherrschung und Vertrauen. Sportliche Elemente aus Eishockey, Cheerleading und Motorsport prägen zudem die Darstellung und verleihen der Show zusätzliche Dynamik.
Die Performance stellt bewusst herkömmliche Vorstellungen von Bewegung und Fähigkeit infrage. Durch die Mischung aus Alltagsgegenständen mit Rädern und den kontrastreichen Bewegungsabläufen entsteht eine visuelle und emotionale Auseinandersetzung mit den Widersprüchen des modernen Lebens. Mit The Wheelie Show gelingt eine inklusive und energetische Auseinandersetzung mit den Themen Tempo und Stille. Die Produktion zeigt, wie künstlerische Zusammenarbeit Barrieren überwinden und neue Perspektiven eröffnen kann.
Gleichzeitig lädt sie das Publikum ein, über die eigenen Bewegungsmuster und die Bedeutung von Pausen in einer beschleunigten Welt nachzudenken.






