Softwarekonzern kämpft mit Aktiencrash und Kundenabwanderung trotz Rekorddeal
Elias WernerSoftwarekonzern kämpft mit Aktiencrash und Kundenabwanderung trotz Rekorddeal
Ein führender Softwarekonzern hat ein turbulenes Jahr hinter sich, in dem der Aktienkurs innerhalb der letzten zwölf Monate um fast 65 Prozent abstürzte. Der Rückgang fällt in eine Phase, in der das Unternehmen mit steigender Kundenabwanderung und schwachem Wachstum in einigen Segmenten kämpft – trotz solider Ergebnisse im Kerngeschäft mit Großkunden.
Die Schwierigkeiten des Konzerns spiegeln sich besonders im drastischen Kursverfall wider: Die Aktie erreichte kürzlich ein 52-Wochen-Tief von 4,48 Euro. Das Vertrauen der Anleger litt zusätzlich unter der gestiegenen Abwanderungsrate, die im letzten Quartal 16,4 Prozent erreichte. Analysten erwarten, dass sich dieser Trend mindestens bis Mitte 2026 fortsetzt.
Die Umsätze mit kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) gingen leicht zurück, was die Bedenken weiter schürte. Dagegen verzeichnete das Großkundensegment – der wichtigste Umsatzträger – ein Plus von 19 Prozent, angetrieben durch einen Rekorddeal in den USA. Auch die jährlichen wiederkehrenden Erträge (Annual Recurring Revenue, ARR) in diesem Bereich stiegen um 11 Prozent auf 241 Millionen Euro.
Die Unternehmensführung setzt weiterhin auf Innovation und treibt die Integration mit Microsoft Intune voran. Zudem ging der Konzern eine Partnerschaft mit Cybus ein, um Augmented-Reality-Werkzeuge für Fabriken zu entwickeln. Dennoch bleiben Herausforderungen bestehen, insbesondere bei der zögerlichen Integration der 2024 übernommenen britischen Softwarefirma 1E. Die Übernahme führte zu operativen Störungen und wird voraussichtlich im frühen Jahr 2026 einen einmaligen Verlust von rund 8 Millionen Euro verursachen.
Für das Jahr 2026 prognostiziert das Unternehmen nur ein minimales Wachstum: Die währungsbereinigten Umsätze sollen um lediglich 0 bis 3 Prozent steigen, während die bereinigte EBITDA-Marge bei etwa 43 Prozent bleiben dürfte. Drei Termine werden die Marktstimmung prägen: der Jahresabschluss im März 2026, die Quartalszahlen für Q1 im Mai sowie die Hauptversammlung im Juni.
Zudem steht der Wechsel vom MDAX in den SDAX an – eine Umstrukturierung, die Anpassungen in den Portfolios von Indexfonds auslösen könnte.
Die kurzfristigen Aussichten des Unternehmens bleiben verhalten: Schwache Umsatzprognosen und anhaltende Kundenabwanderung belasten die Perspektiven. Dennoch bietet das stabil laufende Großkundengeschäft etwas Halt. Anleger werden die kommenden Finanzupdates Anfang 2026 genau verfolgen, um Anzeichen einer Besserung auszumachen.