22 March 2026, 14:17

Protestwelle gegen geplantes LNG-Terminal am Voslapper Groden bei Wilhelmshaven

Plakat mit der Aufschrift "Neue Klimaschutz- und Naturschutzmaßnahmen der Biden-Harris-Regierung" vor einem Hintergrund aus Wolken, Wasser und Steinen.

Protestwelle gegen geplantes LNG-Terminal am Voslapper Groden bei Wilhelmshaven

Rund 80 Klimaaktivistinnen und -aktivisten versammelten sich am Hooksieler Außentief, um gegen die Pläne für ein drittes LNG-Terminal in der Nähe von Wilhelmshaven zu protestieren. Die Demonstration richtete sich gegen den vorgesehenen Standort am Voslapper Groden-Nord, einem Gebiet, das sowohl als Hotspot der Artenvielfalt gilt als auch besonders stark vom Klimawandel bedroht ist.

Lokale und bundesweite Umweltschutzorganisationen, darunter die Deutsche Umwelthilfe (DUH), haben sich gegen das Vorhaben zusammengeschlossen und warnen vor langfristigen ökologischen und klimatischen Risiken.

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Die Kundgebung wurde von einem Bündnis aus Umweltverbänden wie DUH, BUND, NABU und Fridays for Future organisiert. Martin Lüdders, Aktivist der lokalen Fridays-for-Future-Gruppe, sprach vor den Demonstrantinnen und Demonstranten und betonte, dass Wilhelmshaven die vom Klimawandel am stärksten gefährdete Region Deutschlands sei. Das Küstengebiet an der Nordsee zählt im Klimarisikoindex zu den am meisten exponierten Standorten des Landes.

Das Bündnis hat rechtliche Schritte gegen den Bebauungsplan Nr. 225 eingeleitet, der den Bau des Terminals ermöglichen würde. Zudem legten die Aktivistinnen und Aktivisten offiziell Widerspruch gegen Änderungen im Naturschutzrecht und in städtebaulichen Verfahren ein. Milena Pressentin von der DUH äußerte die Sorge, dass die Ausweitung fossiler Infrastruktur nicht an dieser Stelle Halt machen, sondern weiter in geschützte Gebiete vordringen werde.

James Hiatt, Aktivist der US-amerikanischen Gruppe For a Better Bayou, deutete den Konflikt als Kampf gegen einen Individualismus, der die kollektive Klimaverantwortung untergräbt. Unterdessen verteidigte Wilhelmshavens Stadtplanungschef Niksa Marusic das Projekt als unverzichtbar für die Energiesicherheit Deutschlands und die Klimaziele des Landes.

Am geplanten Terminalstandort leben über 600 Arten, viele davon gefährdet. Seit 2022 wurden an Nord- und Ostsee keine neuen LNG-Terminals mehr gebaut – trotz des raschen Baus einer Anlage in der jüngeren Vergangenheit.

Die rechtlichen Klagen und der öffentliche Widerstand stellen die Zukunft des LNG-Terminals infrage. Umweltverbände argumentieren, dass das Vorhaben im Widerspruch zu Naturschutzbemühungen und Klimaverpflichtungen stehe. Die Entscheidung wird zeigen, ob das Gebiet geschützt bleibt oder für fossile Infrastruktur umgenutzt wird.

Quelle