PiS setzt auf Hardliner Czarnek als Spitzenkandidat für 2027
Die nationalkonservative Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) in Polen hat Przemysław Czarnek als ihren Kandidaten für das Amt des Regierungschefs bei den Parlamentswahlen 2027 nominiert. Der 48-jährige Rechtsprofessor und ehemalige Bildungsminister wird die Partei nun in die Herbstwahl führen. Aktuelle Umfragen sehen die PiS bei 22 Prozent Unterstützung.
Czarnek, ein Hardliner der rechten Szene, wurde nach Jahren als Minister für Bildung und Wissenschaft als Spitzenkandidat der Partei präsentiert. Seine Nominierung zielt offenbar darauf ab, Wähler aus dem rechtsextremen Lager zu gewinnen – darunter Anhänger der Konfederacja-Partei und des umstrittenen Politikers Grzegorz Braun. Selbst eine Koalition mit der Ultra-Rechten bezeichnete er als „möglich“.
In seiner ersten Rede als Kandidat kritisierte Czarnek die proeuropäische Regierung von Ministerpräsident Donald Tusk scharf. Diese habe, so seine Behauptung, einfache Polen vom eigenen Staat entfremdet. Sein Wahlkampfslogan dreht sich um die „Rückbesinnung auf das echte Polen“ und dessen Rückgabe an das Volk.
Czarneks politische Vergangenheit ist von polarisierenden Äußerungen geprägt, etwa seinen umstrittenen Aussagen über die LGBT-Gemeinschaft im Jahr 2020, für die er sich später entschuldigte. Trotz seines Aufstiegs bleibt der 76-jährige PiS-Vorsitzende Jarosław Kaczyński eine Schlüsselfigur des polnischen Rechtskonservatismus.
Mit Czarnek an der Spitze geht die PiS in die Wahlen 2027 mit dem Ziel, die Macht zurückzugewinnen. Sein Fokus auf nationalistische Themen und die Ansprache rechtsextremer Wähler könnte die Strategie der Partei prägen. Ob sein harter Kurs jedoch eine breitere Wählerschaft überzeugt, wird sich zeigen.






