29 April 2026, 21:10

Pflegedienst schließt Generation Z von Stellenausschreibung aus – und löst Debatte aus

Plakat von Lloyd George mit strenger Miene, das eine Platte mit der Aufschrift "Wenn sie das schlucken, behalte ich meinen Job." hält

Pflegedienst schließt Generation Z von Stellenausschreibung aus – und löst Debatte aus

Ein Schweizer Pflegedienst hat eine Debatte ausgelöst, nachdem er eine gesamte Altersgruppe von einer Stellenausschreibung ausgeschlossen hatte. Der Spitex-Anbieter Fit for Care hatte zunächst eine Teamleitung gesucht – und dabei explizit Bewerber:innen der Generation Z ausgeschlossen. Der Schritt folgt einer breiteren Diskussion über Arbeitsmoral und generationenbedingte Unterschiede am Arbeitsplatz.

Gleichzeitig widerlegen aktuelle Daten das Klischee, dass jüngere Arbeitnehmer:innen weniger engagiert seien als ältere Kolleg:innen.

In der von Fit for Care veröffentlichten Stellenanzeige hieß es: "Pflegeteamleitung mit Herz und Verstand – keine Generation Z". Zudem wurde eine "Montag/Freitag-Krankmeldungs-Mentalität" abgelehnt, was auf Bedenken wegen häufiger kurzfristiger Fehlzeiten hindeutete. Das Unternehmen entfernte diese Passagen später von seiner Website, erklärte jedoch nicht, warum es zunächst eine ganze Generation pauschal ausgeschlossen hatte.

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Offizielle Zahlen zeigen, dass junge Berufstätige Mitte 20 heute im Schnitt fast zwei Wochen pro Jahr krankheitsbedingt fehlen. Das ist ein spürbarer Anstieg seit 2020, wie das Bundesamt für Statistik festhält. Doch eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) vom März 2025 fand keine Belege dafür, dass die Generation Z fauler sei als andere Altersgruppen.

Die Kontroverse erinnert an Äußerungen des Graubündner Hoteliers Ernst "Aschi" Wyrsch vor zwei Jahren, der junge Menschen als "verweichlicht" bezeichnete. Personalexpert:innen verweisen auf wachsende Spannungen zwischen den Generationen, wenn es um Erwartungen an Arbeit, Anwesenheit und Einsatzbereitschaft geht. Dennoch legen die IAB-Ergebnisse nahe, dass das Vorurteil der Faulheit nicht der Realität entspricht.

Die Anzeige wurde zwar überarbeitet, doch der Vorfall unterstreicht die anhaltenden Reibungen zwischen den Generationen in der Arbeitswelt. Angesichts steigender Krankheitsquoten bei jüngeren Beschäftigten dürften die Debatten über Arbeitskultur und generationenspezifische Einstellungen anhalten. Die IAB-Forschung liefert jedoch eine wichtige Gegenposition zu der Behauptung, der Generation Z mangele es an Engagement.

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