Parkuhren-Betrug in Kempten: 1,9 Millionen Euro über zehn Jahre veruntreut
Lotta BrandtParkuhren-Betrug in Kempten: 1,9 Millionen Euro über zehn Jahre veruntreut
In Kempten hat ein Prozess um die Veruntreuung von fast 1,9 Millionen Euro aus städtischen Parkuhren begonnen. Ein 40-jähriger Stadtangestellter und seine 38-jährige Ehefrau stehen unter dem Verdacht, über einen Zeitraum von zehn Jahren systematisch Münzgeld gestohlen zu haben. Das betrügerische System flog erst auf, nachdem eine Bank Ende 2025 verdächtige Transaktionen gemeldet hatte.
Der Mann, dessen Aufgabe darin bestand, die Parkuhren zu leeren, soll das Bargeld jahrelang für sich selbst abzugezweigt haben. Statt die Gelder auf die städtischen Konten einzuzahlen, behielt er das Geld. Seine Frau half anschließend, die Erlöse zu waschen, indem sie Münzgeld auf Bankkonten einzahlte oder gegen Geschenkgutscheine eintauschte.
Der Betrug blieb über ein Jahrzehnt unentdeckt und umfasste Hunderte einzelner Vorfälle. Erst als Finanzinstitute ungewöhnliche Aktivitäten auf den Konten des Paares meldeten, kamen die Behörden der Straftat auf die Spur. Nach der Festnahme ließ die Stadt Kempten alle Schlösser der Parkuhren austauschen und übertrug die Wartungsaufgaben an ein externes Unternehmen.
Die Staatsanwaltschaft fordert nun die vollständige Einziehung der gestohlenen Gelder. Zwar sind einige der Taten bereits verjährt, doch das Verfahren geht weiter – beide Angeklagten befinden sich seit ihrer Verhaftung in Untersuchungshaft.
Der Fall hat zu Veränderungen in der Verwaltung der Parkeinnahmen in Kempten geführt. Neue Sicherheitsvorkehrungen und die Auslagerung der Wartung sollen künftig ähnliche Straftaten verhindern. Im Prozess wird entschieden, ob das Paar die vollen 1,9 Millionen Euro zurückerstatten muss.






