04 April 2026, 14:18

Ostdeutsche Chemieindustrie kämpft trotz Umsatzplus mit tiefer Krise

Liniengraph, der die US-Öl/Petroleumproduktion, -importe und -exporte im Zeitverlauf zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Ostdeutsche Chemieindustrie kämpft trotz Umsatzplus mit tiefer Krise

Ostdeutschlands Chemieindustrie kämpft trotz leichtem Umsatzplus 2025 weiter mit Absatzflaute

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Trotz eines geringfügigen Umsatzanstiegs im Jahr 2025 steckt die ostdeutsche Chemieindustrie weiterhin in der Krise. Die Branche beschäftigt zwar noch rund 63.000 Menschen, doch die Stellenstreichungen nehmen zu, da die Unternehmen mit hohen Kosten und schwacher Nachfrage zu kämpfen haben. Ein möglicher Rettungsdeal für das Werk Domo in Leuna bietet einen der wenigen Lichtblicke inmitten des anhaltenden Niedergangs.

Der Chemie- und Pharmasektor in Ostdeutschland erzielte 2025 einen Umsatz von etwa 28,5 Milliarden Euro – ein Plus von nur 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dieses bescheidene Wachstum ging allein auf das Konto der Pharmasparte zurück, während die traditionelle Chemieproduktion um etwa drei Prozent schrumpfte.

Auslastung auf Talfahrt – Energiepreise und globale Konkurrenz setzen Branche zu

Seit der Energiekrise ist die Kapazitätsauslastung der Werke stark gesunken: 2025 liefen die ostdeutschen Produktionsstätten im Schnitt nur noch zu 72 Prozent. Bundesweit lag der Wert bei rund 70 Prozent – mit Folgen wie der Werksschließung von Dow in der Region. Vor der Krise waren die Auslastungswerte deutlich höher, doch die anhaltenden Verluste und ungenutzten Kapazitäten halten seit Jahren an – verursacht durch explodierende Energiekosten und harte internationale Konkurrenz.

Hohe Energie- und Rohstoffpreise, strengere Regularien sowie der globale Wettbewerb bleiben die Haupttreiber der Krise. Geopolitische Spannungen, etwa der Nahostkonflikt, verschärfen die Lage zusätzlich. Nur etwa jedes zehnte Chemieunternehmen in der Region rechnet in naher Zukunft mit einer Besserung der Rahmenbedingungen.

Rettung für Domo in Leuna als seltenes Hoffnungssignal

Vor diesem Hintergrund sticht die mögliche Rettung des Domo-Werks in Leuna als einer der wenigen positiven Entwicklungen hervor. Ein vorgeschlagener Deal sieht vor, dass der Standortbetreiber InfraLeuna und das Unternehmen Leuna-Harze die insolventen Tochtergesellschaften übernehmen – und damit dem angeschlagenen Werk eine Überlebenschance bieten.

Fazit: Branche bleibt unter Druck – Erholung in weiter Ferne

Die ostdeutsche Chemieindustrie schrumpft weiter, geprägt von geringer Auslastung und steigenden Arbeitsplatzverlusten. Zwar gibt der mögliche Rettungsversuch für Domo etwas Hoffnung, doch der gesamte Sektor leidet weiterhin unter hohen Kosten, schwacher Nachfrage und globalem Konkurrenzdruck. Nur wenige Unternehmen erwarten eine baldige Erholung.

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