Moskaus neues Silikonmuseum zeigt lebensechte Legenden von Zaren bis zu Sportstars
Lotta BrandtMoskaus neues Silikonmuseum zeigt lebensechte Legenden von Zaren bis zu Sportstars
Im Herzen Moskaus hat der Sarjadje-Park ein einzigartiges kulturelles Highlight erhalten: Historial. Die Sammlung, Russlands erstes Museum für Silikonfiguren, öffnete seine Türen. Die Ausstellung präsentiert lebensechte Nachbildungen historischer und zeitgenössischer Persönlichkeiten – von Zaren über Kosmonauten bis hin zu Sportlegenden und Künstlern. Die Auswahl der ersten 50 Figuren basiert dabei auf einer repräsentativen Umfrage, die das öffentliche Interesse widerspiegeln soll. Die Grundlage für die Ausstellung bildete eine Erhebung des Russischen Meinungsforschungszentrums (WTsIOM) aus dem Jahr 2023. Die Kuratoren werteten die soziologischen Daten aus, um sicherzustellen, dass die gezeigten Persönlichkeiten tatsächlich die Vorlieben der Bevölkerung abdecken. Zu den Exponaten zählen nicht nur historische Ikonen wie Peter der Große oder Juri Gagarin, sondern auch moderne Stars – darunter Primaballerinen aus Schwanensee oder die Eishockey-Legende Wladislaw Tretjak.
Die beeindruckende Realitätstreue der Figuren verdankt das Museum der Zusammenarbeit mit den Spezialisten von Mosaika. Jede Skulptur wurde aus hochwertigem Silikon gefertigt und mit maßangepassten Augenprothesen versehen, um eine fast täuschend echte Wirkung zu erzielen. Für den kreativen Feinschliff sorgte die Kostümdesignerin Oksana Schewtschenko, die historische und moderne Stilelemente kombinierte, um den Figuren zusätzlichen Charakter zu verleihen.
Der Ausstellungsraum selbst ist ein besonderes architektonisches Werk: Gestaltet von Alexander Tomaschenko, der auf seine Erfahrungen beim Bau von Metrostationen zurückgriff, befindet sich die Parking Gallery zwölf Meter unter der Erde. Die Dauerpräsentation ist als wachsende Sammlung angelegt, mit konkreten Plänen, in Zukunft weitere Persönlichkeiten in die Ausstellung aufzunehmen. Mit Historial. Die Sammlung bietet der Sarjadje-Park nun eine Attraktion, die Geschichte und Gegenwart auf ungewöhnliche Weise verbindet. Die Mischung aus handwerklicher Präzision, soziologischer Fundierung und künstlerischer Gestaltung macht das Museum zu einem Ort, der sowohl Kulturinteressierte als auch ein breites Publikum ansprechen soll. Ob die Ausstellung langfristig zum Besuchermagneten wird, hängt auch davon ab, wie die geplante Erweiterung der Sammlung umgesetzt wird.






