Lichtverschmutzung und langjähriges Engagement im Fokus der BN-Versammlung
Hannah BöhmLichtverschmutzung und langjähriges Engagement im Fokus der BN-Versammlung
Die Ortsgruppe Ottobeuren des Bund Naturschutz (BN) hat ihre jährliche Mitgliederversammlung im Silachstube-Saal des Gasthofs Mohren abgehalten. Die Anwesenden kamen zusammen, um langjährige Ehrenamtliche zu würdigen und aktuelle Umweltthemen zu erörtern – darunter die Auswirkungen von Lichtverschmutzung auf Natur und menschliche Gesundheit.
Im Rahmen der Veranstaltung wurde Wendelin Schindele für sein jahrzehntelanges Engagement für den Verein geehrt. Er erhielt als Anerkennung ein Poster, einen Geschenkkorb vom Eine-Welt-Laden sowie eine kleine Aufmerksamkeit für seinen verstorbenen Kollegen Harald Mader. Besonders gewürdigt wurde Schindele als "Architekt" des Kräutergartens, den er seit 1998 mit Hingabe gestaltet. Heute dient der Garten als ruhiger Rückzugsort zum Innehalten und zur Besinnung.
Auch andere Mitglieder, die dem BN seit über 40 Jahren die Treue halten, wurden für ihr langjähriges Engagement ausgezeichnet. Sie erhielten Urkunden und silberne Anstecknadeln als Zeichen der Wertschätzung.
Ein Höhepunkt der Versammlung war ein Vortrag von Robert Blasius, der die Initiative "Wächter der Nacht" vertrat. Er sprach über das wachsende Problem der Lichtverschmutzung und erläuterte, wie künstliches Licht natürliche Rhythmen stört und sowohl der Tierwelt als auch dem Menschen schadet. Satellitenbilder zeigen, wie die Nachtseite der Erde von leuchtenden Städten und Küstenregionen erhellt wird – ein sichtbares Zeichen für den übermäßigen Energieverbrauch. Ein Großteil dieser Elektrizität wird für Werbung und dekorative Beleuchtung verschwendet und belastet unnötig globale Ressourcen.
Blasius widerlegte zudem die verbreitete Annahme, dass hellere Nächte die Sicherheit erhöhen. Tatsächlich ereignen sich die meisten Einbrüche und Gewaltverbrechen bei Tageslicht.
Die Veranstaltung stand somit im Zeichen zweier zentraler Themen: der Würdigung verdienter BN-Mitglieder, die die lokale Naturschutzarbeit über Jahre geprägt haben, sowie der dringenden Notwendigkeit, die Folgen übermäßiger künstlicher Beleuchtung für Umwelt und Gesellschaft zu thematisieren.






