04 April 2026, 12:15

Iran-Konflikt halbiert Deutschlands Wachstumsprognose für 2026 auf 0,6 Prozent

Eine Liniengrafik, die die Stromerzeugung aus Wind und Solar in Deutschland zeigt, mit begleitendem Erläuterungstext.

Iran-Konflikt halbiert Deutschlands Wachstumsprognose für 2026 auf 0,6 Prozent

Konjunkturprognose für Deutschland 2026 mehr als halbiert – Energiekrise durch Iran-Konflikt belastet Wirtschaft

Die Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft im Jahr 2026 wurde aufgrund explodierender Energiepreise im Zuge des Iran-Konflikts drastisch nach unten korrigiert. Führende Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten nun nur noch ein bescheidenes Plus von 0,6 Prozent in diesem Jahr – ein deutlicher Rückgang gegenüber früheren Schätzungen. Die Auswirkungen des Krieges auf die globalen Energiemärkte haben die Kosten in die Höhe getrieben, die Inflation angeheizt und sowohl Haushalte als auch Unternehmen stark unter Druck gesetzt.

Der seit dem 28. Februar 2026 andauernde Konflikt im Iran löste einen rasanten Anstieg der Energiepreise aus. Bereits Mitte März waren die TTF-Gaspreise im Vergleich zu Februar um fast 50 Prozent gestiegen, was über das Merit-Order-System auch die Strompreise in die Höhe trieb. Die Inflation bei Öl und Gas kletterte innerhalb eines Monats von 1,9 auf 2,7 Prozent und belastete die ohnehin angespannte Wirtschaft zusätzlich.

Die Industrie-Strompreise in Deutschland liegen weiterhin zwei- bis dreimal höher als in den USA oder China. Seit 2022 haben die erhöhten Energiekosten zu einem Rückgang der industriellen Produktion um 10 Prozent im Vergleich zu 2019 geführt. Die aktuelle Krise hat sich durch die Blockade der Straße von Hormus, den Stopp der Gasförderung in Katar sowie die Abhängigkeit Deutschlands von teuren Importen aus Norwegen und Flüssiggas-Lieferanten weiter verschärft.

Wirtschaftsforscher warnen vor kurzfristigen staatlichen Eingriffen zur Deckelung der Energiepreise. Stattdessen schlagen sie gezielte Sozialmaßnahmen vor, um einkommensschwache Haushalte bei den steigenden Kosten zu entlasten. Timo Wollmershäuser vom ifo Institut in München betonte, dass der Energieschock zwar die Erholung hemme, die expansive Finanzpolitik aber weiterhin die Binnennachfrage stütze.

Die überarbeitete Prognose, die von deutschen und österreichischen Forschungsinstituten erstellt wurde, geht nun von einer durchschnittlichen Inflationsrate von 2,8 Prozent im Jahr 2026 und 2,9 Prozent im Jahr 2027 aus. Für 2027 wird ein Wachstum von lediglich 0,9 Prozent erwartet. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) unterstrich, dass der Nahost-Konflikt die Politik zwinge, strukturelle Reformen zu beschleunigen.

Der gemeinsame Frühjahresgutachten der Institute wird als Grundlage für die offiziellen Regierungsprognosen dienen, die am 22. April veröffentlicht werden sollen.

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Iran-Krieg verändert Deutschlands Wirtschaftsperspektiven Die Folgen des Iran-Konflikts haben die deutsche Konjunktur grundlegend verändert: Höhere Energiepreise dämpfen die Wachstumserwartungen und treiben die Inflation nach oben. Die Forscher betonen in ihrem Bericht die Notwendigkeit gezielter Hilfen statt pauschaler Preisbremsen. Angesichts der sich verschärfenden Energiekrise wächst der Druck auf die Politik, Reformen zügig umzusetzen.

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