11 May 2026, 09:03

"Hospita-Skandal": Medienhäuser im Tessin wegen kritischer Berichte verklagt

Cartoon-Illustration von Reform-Champions, die ein Korruptionsmonster besiegen, mit begleitendem Text.

"Hospita-Skandal": Medienhäuser im Tessin wegen kritischer Berichte verklagt

Drei Medienhäuser im Tessin sehen sich wegen ihrer Berichterstattung über den „Hospita-Skandal“ mit rechtlichen Schritten konfrontiert. Journalisten der „La Regione“ und „Area“ sowie der öffentlich-rechtliche Rundfunksender RSI wurden wegen mutmaßlicher Straftaten angeklagt oder auf Schadensersatz verklagt. Im Mittelpunkt des Streits stehen Vorwürfe politischer Einflussnahme und wirtschaftlichen Fehlverhaltens, in die auch ein ehemaliger Parlamentarier verwickelt sein soll.

In die Affäre geraten ist zudem der Lega-Regierungsrat Norman Gobbi, der Berichten zufolge eine interne Parteienquête zu dem Fall eingeleitet haben soll.

Auslöser der Kontroverse waren Vorwürfe gegen die ehemalige Lega-Nationalrätin Sabrina Aldi, sie habe ihre politische Position missbraucht, um geschäftliche Interessen im Umfeld von Hospita zu fördern. Ermittlungen ergaben später, dass Aldi Alvaro Camponovo – den Sohn ihres Vorgesetzten bei Hospita – als einzigen Kandidaten ihrer Partei für das Amt des Staatsanwalts vorgeschlagen hatte, ohne dabei ihre berufliche Verbindung offenzulegen.

Zur Aufklärung von Aldis Handlungen wurde eine parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) eingesetzt. Parallel dazu ermittelt die Tessiner Staatsanwaltschaft separat gegen den Hospita-Chef Eolo Alberti wegen des Verdachts der Veruntreuung.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die kritische Medienberichterstattung zog rechtliche Konsequenzen nach sich: Zwei Journalisten der „La Regione“ werden beschuldigt, in ihren Artikeln über den Fall Persönlichkeitsrechte verletzt zu haben. Ein Reporter der „Area“ und ein RSI-Mitarbeiter sehen sich ähnlichen Vorwürfen ausgesetzt. Gegen RSI selbst wurde eine Schadensersatzklage über 40.000 Schweizer Franken eingereicht – mit der Begründung, die Senderbeiträge hätten gegen Grundsätze der Ehrlichkeit und des Persönlichkeitsschutzes verstoßen.

Der Lega-Regierungsrat Norman Gobbi steht ebenfalls in Verbindung mit der Affäre. Medienberichten zufolge leitete er eine interne Parteuntersuchung ein, doch seine genaue Rolle bleibt unklar.

Die juristischen Verfahren gegen Journalisten und Medienhäuser unterstreichen die angespannte Stimmung rund um den „Hospita-Skandal“. Während gegen drei Tessiner Medien sowohl strafrechtliche Anklagen als auch zivilrechtliche Klagen im Raum stehen, setzt die PUK ihre Untersuchungen zu Aldis Verhalten fort. Die Ergebnisse dieser Verfahren könnten künftig die Berichterstattung über politische und wirtschaftliche Verquickungen in der Region prägen.

Lesen Sie auch:

Quelle