Haftbefehl nach umstrittenem HSV-Transparent: Drohen fünf Jahre wegen Gewaltaufruf?
Elias WernerHaftbefehl nach umstrittenem HSV-Transparent: Drohen fünf Jahre wegen Gewaltaufruf?
Ein Hamburger Gericht hat einen Haftbefehl gegen einen Mann erlassen, der vor über zwei Jahren bei einem Spiel des Hamburger SV ein umstrittenes Transparent aufgehängt haben soll. Das Verfahren, das nun vor dem Amtsgericht Altona läuft, könnte mit einer Haftstrafe von bis zu fünf Jahren wegen öffentlicher Aufforderung zu Straftaten enden.
Der Angeklagte sollte sich wegen des Zeigens eines Banners verantworten, auf dem ein zerschlagener Polizeihelm mit roter Flüssigkeit zu sehen war. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, mit dem Bild gewalttätige Fantasien zu schüren und Angriffe auf Beamte zu fördern. Da der Mann jedoch nicht zum Prozess erschien, erließ der Richter den Haftbefehl.
Der Beschuldigte, ein HSV-Anhänger mit einer früheren Bewährungsstrafe, ist seit dem Verhandlungstermin verschwunden. Die Behörden weigern sich, zu erklären, wie sie ihn identifiziert haben – in der Regel kommen solche Fälle selten vor Gericht, da die Täter nur schwer ausfindig zu machen sind.
Die Verteidigung will argumentieren, dass das Transparent unter die Meinungsfreiheit fällt. Sie wird eine weitergehende Auslegung des Gesetzes anstreben und behaupten, das Bild könne als geschützte Äußerung und nicht als Aufruf zu Gewalt gewertet werden.
Das Verfahren wird in Abwesenheit des Angeklagten fortgesetzt, sofern er nicht aufgefunden wird. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu fünf Jahre Haft. Der Fall zeigt die rechtlichen Herausforderungen auf, die mit der Abwägung zwischen Meinungsfreiheit und öffentlicher Sicherheit bei fußballbezogenen Vorfällen einhergehen.






