Enso übernimmt bis zu 36 Tegut-Filialen und rettet ländliche Supermärkte
Elias WernerEnso übernimmt bis zu 36 Tegut-Filialen und rettet ländliche Supermärkte
Enso will Tante-Enso-Supermarktkette ausbauen – Übernahme von bis zu 36 Tegut-Filialen in ländlichen Regionen
Enso plant die Expansion seiner Supermarktkette Tante Enso und will bis zu 36 Tegut-Filialen in ländlichen Gebieten Deutschlands übernehmen. Der Schritt folgt auf den Rückzug des Schweizer Handelskonzerns Migros vom deutschen Markt, durch den viele kleinere Gemeinden ohne einfache Einkaufsmöglichkeiten für Lebensmittel zurückbleiben. Das Konzept von Enso verbindet den Charme traditioneller Tante-Emma-Läden mit modernem Einzelhandel und soll so die Versorgungslücken in unterversorgten Regionen schließen.
Migros hatte kürzlich seinen Ausstieg aus Deutschland bekannt gegeben und die Tegut-Kette zum Verkauf gestellt. Enso reagierte schnell und unterzeichnete eine Vereinbarung zur Übernahme zahlreicher Standorte – allerdings steht der Deal noch unter dem Vorbehalt der Kartellbehörden. Anders als große Handelsketten wie Edeka, Rewe oder Aldi konzentriert sich Enso auf kleinere, weniger lukrative Standorte, die von anderen Anbietern oft ignoriert werden.
Das Tante-Enso-Modell betreibt bereits fast 90 Filialen bundesweit, häufig in Dörfern, in denen der nächste Supermarkt mindestens fünf Kilometer entfernt liegt. Ein solcher Laden eröffnete Ende 2023 im Lemgower Ortsteil Schweskau und stellte so die lokale Nahversorgung wieder her, nachdem vorherige Geschäfte geschlossen hatten. Die Filialen dienen nicht nur als Einkaufsstätten, sondern auch als soziale Treffpunkte: Anwohner treffen sich vor dem Laden, und Veranstaltungen wie Gemeinschaftsgrillfeste bringen die Menschen zusammen.
Jede Tante-Enso-Filiale führt regionale Produkte, um die Verbindung zur Umgebung zu stärken. In Lemgow stammen etwa Eier und Kartoffeln von einem stellvertretenden Bürgermeister. Die Kette beschreibt ihren Ansatz als „Tante-Emma-Charme trifft auf modernen Einzelhandel“ – eine Mischung aus Bequemlichkeit und persönlicher Note.
Falls die Übernahme genehmigt wird, würde Enso seine Präsenz im ländlichen Deutschland deutlich ausbauen. Der Deal würde die Einkaufsmöglichkeiten für Gemeinden sichern, die sonst ihren letzten Supermarkt verlieren könnten. Bis dahin wächst das Unternehmen weiter und bietet nicht nur lebenswichtige Lebensmittel, sondern auch einen Ort der Begegnung für die Bewohner vor Ort.






