28 April 2026, 09:15

"Ein Tag ohne uns": Mexikos Frauen zeigen ihre Macht durch kollektiven Rückzug

Frauen in grünen T-Shirts bei einer Demonstration, die weiße Decken halten, mit vielen anderen Mädchen im Hintergrund.

"Ein Tag ohne uns": Mexikos Frauen zeigen ihre Macht durch kollektiven Rückzug

Mexikos feministische Bewegung startete einen mutigen Protest gegen geschlechtsspezifische Gewalt und Ungleichheit. Unter dem Motto "Ein Tag ohne uns" rief die Kampagne Frauen dazu auf, sich für 24 Stunden aus dem öffentlichen Leben zurückzuziehen. Mit dieser Aktion sollte ihre unverzichtbare Rolle in der Gesellschaft hervorgehoben und gleichzeitig sichere Lebensbedingungen eingefordert werden.

Der Streik begann am 9. März 2020 und wurde von feministischen Gruppen wie "Las Brujas del Mar" aus Veracruz organisiert. Ziel war es, tief verwurzelte Ungerechtigkeiten und die alltägliche Gewalt, der Frauen im ganzen Land ausgesetzt sind, schonungslos aufzudecken. Die Teilnehmerinnen wurden aufgerufen, der Arbeit fernzubleiben, keine Einkäufe zu tätigen, zu Hause zu bleiben und selbst auf soziale Medien zu verzichten – als Symbol für eine Nation ohne die Präsenz von Frauen.

Die Kampagne stützte sich auf Artikel 4 der mexikanischen Verfassung, der die Gleichberechtigung der Geschlechter und das Recht auf ein Leben frei von Gewalt garantiert. Die Frauen deuteten den Arbeitsausstand als friedlichen Protest und nutzten ihre Abwesenheit, um auf ihre unverzichtbare Bedeutung in Haushalten, Arbeitsplätzen und Gemeinschaften hinzuweisen.

Senator Emmanuel Reyes Carmona bezeichnete die Initiative später als eine Basisbewegung, die weit über Mexikos Grenzen hinausgewirkt habe. Durch den freiwilligen Rückzug aus dem Alltag wollten die Frauen die Gesellschaft zwingen, ihren Wert – und die Folgen ihrer Abwesenheit – anzuerkennen.

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Der Protest setzte nicht auf klassische Demonstrationen, sondern auf kollektives Handeln. Die Abwesenheit von Frauen auf den Straßen, in Schulen und Betrieben diente als eindringliche Erinnerung an ihren gesellschaftlichen Einfluss. Die Organisatorinnen hofften, dass der Streik Behörden und Bürger gleichermaßen dazu bringen würde, sich dringender mit geschlechtsspezifischer Gewalt und Ungleichheit auseinanderzusetzen.

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