17 March 2026, 00:16

Deutsche Bank und BII starten 150-Millionen-Initiative für Afrikas Handelsfinanzierung

Alte deutsche Banknote mit einer Vogeldarstellung und der Aufschrift "Deutsche Bank und Disconto-Gefellichaft Berlin".

Deutsche Bank und BII starten 150-Millionen-Initiative für Afrikas Handelsfinanzierung

Deutsche Bank und British International Investment gehen Partnerschaft ein, um Afrikas Handelsfinanzierungslücke zu schließen

Die Deutsche Bank hat sich mit der British International Investment (BII) zusammengeschlossen, um die chronische Knappheit an Handelsfinanzierungen in Afrika zu bekämpfen. Das neue Risikoteilungsprogramm im Volumen von 150 Millionen US-Dollar soll Unternehmen unterstützen, die mit bargeldbasierten Importen und Lieferketten zu kämpfen haben. Es handelt sich dabei um die erste offizielle Kooperation zwischen den beiden Institutionen.

Afrika leidet unter einem massiven Mangel an Handelsfinanzierungen – die Afrikanische Entwicklungsbank schätzt die jährliche Finanzierungslücke auf rund 100 Milliarden US-Dollar. Besonders betroffen sind kleinere Märkte wie Sambia, Äthiopien und Ruanda, wo die Liquidität stark eingeschränkt ist. Viele Unternehmen sind aufgrund des Mangels gezwungen, Importe in bar abzuwickeln.

In den vergangenen fünf Jahren haben mindestens 15 internationale Großbanken – darunter Standard Chartered, Barclays und Citigroup – ihr Engagement in Afrika zurückgefahren oder sich vollständig aus der Region zurückgezogen. Besonders hart getroffen von diesen Abzügen wurden Nigeria, Kenia, Ghana, Südafrika und Ostafrika.

Das neue Programm funktioniert als unfundierte Risikobeteiligungsvereinbarung, bei der die BII als finanzieller Rückhalt agiert. Die Deutsche Bank übernimmt das Transaktionsmanagement und teilt sich das Risiko mit der BII, um die Verfügbarkeit von Handelsfinanzierungen zu erhöhen.

Unterdessen hat die Bank Gerald Podobnik zum neuen Co-Leiter ihres globalen Firmenkundengeschäfts ernannt; er folgt auf Ole Matthiessen. Die Aktie der Deutschen Bank notiert derzeit bei 25,80 Euro – etwa 14 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt.

Die 150-Millionen-Initiative zielt darauf ab, Handelsbarrieren für afrikanische Unternehmen abzubauen, indem der Zugang zu Finanzmitteln verbessert wird. Angesichts der rückläufigen Präsenz globaler Banken in der Region könnte diese Partnerschaft dringend benötigte Unterstützung bieten. Der Erfolg des Programms wird davon abhängen, wie gut es bisher unterversorgte Märkte erreicht.

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