Chiles historischer Machtwechsel: Boric übergibt an rechtspopulistischen Kast
Lotta BrandtChiles historischer Machtwechsel: Boric übergibt an rechtspopulistischen Kast
Chile steht vor einem historischen Führungswechsel: Präsident Gabriel Boric übergibt die Amtsgeschäfte an José Antonio Kast. Zum ersten Mal seit der Rückkehr zur Demokratie wird damit ein rechtspopulistischer Politiker das Präsidentenamt übernehmen. Vor der Übergabe hielt Boric seine letzte Fernsehansprache aus dem Palacio de La Moneda.
Gabriel Boric war mit 36 Jahren ins Amt gekommen und verlässt es nun mit 40. In seiner Abschiedsrede blickte er mit tiefer Bewegtheit und Dankbarkeit auf seine Amtszeit zurück. Er räumte Fehler ein, darunter die unglückliche Handhabung des Falls Monsalve sowie den gescheiterten Kauf des ehemaligen Wohnhauses von Salvador Allende.
Zudem bedauerte er, zentrale Wahlversprechen nicht erfüllt zu haben – etwa die Abschaffung der Studiengebührenschulden oder den Ausbau eines nationalen Betreuungsprogramms für Kinder. Trotz dieser Rückschläge betonte Boric, Chile stehe heute besser da als bei seinem Amtsantritt vor vier Jahren.
Der scheidende Präsident versprach, sich weiterhin für ein "gerechteres, würdevolleres und gleichberechtigteres" Chile einzusetzen. Gleichzeitig versicherte er der Bevölkerung, die Machtübergabe an Kast werde reibungslos und ohne Störungen verlaufen.
José Antonio Kast wird am Mittwoch offiziell als chilenischer Präsident vereidigt. Mit seiner Amtseinführung stellt Chile zum ersten Mal seit der Wiederherstellung der Demokratie einen rechtspopulistischen Staatschef. Die Übergabe folgt auf Borics letzte Rede, in der er seine Verbundenheit mit der Zukunft des Landes bekräftigte.






