CDU lehnt AfD-Kooperation ab – CSU-Mitglied Müller fordert schwarz-blaue Regierung
Lotta BrandtMüller-Chef ermutigt CDU zu Koalition mit AfD - CDU lehnt AfD-Kooperation ab – CSU-Mitglied Müller fordert schwarz-blaue Regierung
Die CDU in Baden-Württemberg hat nach der Landtagswahl 2026 jede Zusammenarbeit mit der AfD entschieden abgelehnt. Mit jeweils 56 Sitzen für die Grünen und die CDU besteht die Partei darauf, dass die einzige machbare Regierungsoption die Fortsetzung der bestehenden Koalition bleibt. Unterdessen hat Theo Müller, eine prägende Figur der bayerischen Schwesterpartei CSU, diese Haltung öffentlich infrage gestellt, indem er sich für eine Kooperation mit der rechtspopulistischen Partei aussprach.
Bei der Landtagswahl erreichten die Grünen mit 30,2 Prozent der Stimmen knapp die CDU (29,7 Prozent). Die AfD folgte mit 18,8 Prozent und zieht damit mit 35 Abgeordneten in den Landtag ein. Trotz des Angebots der AfD, als potenzieller Koalitionspartner zu agieren, hält die CDU an ihrer langjährigen "Brandmauer"-Strategie fest und schließt jede Zusammenarbeit aus – mit Verweis auf die reputativen Risiken, die mit den umstrittenen Positionen der AfD verbunden sind.
Theo Müller, Gründer der Müller Milchgruppe und CSU-Mitglied, kollidiert bereits seit Längerem mit dem Kurs der CDU. Er lobte den AfD-Spitzenkandidaten Markus Frohnmaier und bezeichnete dessen Politik als "sinnvoll". Müller schlägt vor, dass eine von der CDU geführte Regierung mit der AfD zusammenarbeiten könnte. Zudem plädiert er dafür, dass die CDU einen eigenen Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten aufstellen sollte, statt wie bisher Cem Özdemir von den Grünen zu unterstützen.
Es ist nicht das erste Mal, dass Müller für Diskussionen sorgt. Bereits zuvor traf er sich mit der AfD-Co-Vorsitzenden Alice Weidel, die er als "Freundin" bezeichnete, und forderte die CDU auf, sich nicht "zur zweiten Geige" der Grünen machen zu lassen. In seinen jüngsten Äußerungen wirbt er entweder für eine formelle schwarz-blaue Koalition oder für eine externe Unterstützung einer CDU-geführten Regierung durch die AfD.
Die CDU jedoch bleibt unnachgiebig in ihrer Weigerung, mit der AfD zu verhandeln. Parteivertreter betrachten die Grünen weiterhin als einzigen tragfähigen Partner – trotz der knappen Mehrheitsverhältnisse und des internen Drucks durch Persönlichkeiten wie Müller.
Mit der Ablehnung der AfD bleibt die bestehende grün-schwarze Koalition die einzige Regierungsoption in Baden-Württemberg. Müllers wiederholte Forderungen nach einer Zusammenarbeit offenbaren tiefe Gräben innerhalb der konservativen Lager über den Umgang mit der rechtspopulistischen Partei. Die endgültige Entscheidung wird die politische Ausrichtung des Landes für die kommende Legislaturperiode prägen.